Unter Ribbeck war der Dortmunder noch Verteidiger: Das Comeback des Lars Ricken
zuletzt aktualisiert: 28.05.2001 - 16:41Berlin (rpo). Lars Ricken gibt nach fast zwei Jahren sein Comeback in der Fußball-Nationalelf. "Natürlich ist vor allem die Position wichtig", erinnerte sich der inzwischen 24-Jährige an seinen letzten Auftritt. Unter Erich Ribbeck trat die DFB-Elf beim Konföderationen-Pokal in Mexiko gegen Neuseeland an. "Und ich war rechter Verteidiger in einer Viererkette. Das war ein einschneidendes Erlebnis", ordnete der Borusse das damalige Spiel als einen Wendepunkt in seiner Karriere ein. Nicht nur sportlich scheint der Jungstar seitdem gereift.
Mit 17 Bundesliga-Debüt, mit 18 erstes Länderspiel und erstmals Meister mit dem BVB, mit 20 Champions-League-Gewinner mit einem phänomenalen Ricken-Tor, mit 21 Weltpokal-Sieger - die Laufbahn des Dortmunder Eigengewächses schien kometenhaft in den Fußball-Himmel zu führen. Doch so hoch der Jüngling gejubelt wurde, so steil stürzte er wieder ab. Mit der Mannschaft der Borussen ging er in die Versenkung, die rechte Seite wurde für ihn zum Fluch. "Nach diesem Länderspiel gegen Neuseeland bin ich auch im Verein zu den Verantwortlichen hin und habe gesagt: Holt einen für diese Positon. Lieber stelle ich mich der Konkurrenz von Möller, Häßler und Barbarez", berichtete Ricken.
Die Entwicklung ist bekannt. Sein ehemaliger Zimmerkollege Matthias Sammer küsste als Trainer neben dem BVB auch das Juwel Ricken wieder wach. Mit sechs Toren in 29 Bundesliga-Spielen erreichte der Profi in der abgelaufenen Serie in zentralerer Position wieder die Quote aus dem Meisterjahr 1995/1996. "Es gibt eben auch Trainer, die sehen, wo meine Stärken sind - dort, wo Tore vorbereitet und geschossen werden", sagte Ricken zu seiner neuen Lage. Und er hatte auch im Hinblick auf die Nationalelf ein so "gutes Gefühl", dass er die Urlaubsbuchung bereits verschoben hatte.
Den Neustart unter Rudi Völler betrachtet Ricken vor allem als neue Chance: "Ich sehe das als Anerkennung für meine Leistungen in der ganzen Saison. Aber das ist natürlich nicht das Ende. Ich kann ja nicht aufhören, Fußball zu spielen." Das Duo Völler und Michael Skibbe sieht vor allem auch die "taktische Flexibilität" des Mittelfeldakteurs als großen Vorzug. "Dass er Einsatz und Willen mitbringt, weiß ich. Der Ausfall von Scholl und Deisler ist für ihn sicher ein zusätzlicher Vorteil", bemerkte Bundestrainer Skibbe, der Ricken aus seiner Dortmunder Zeit schon als Jugendlichen kannte. "Wir erwarten, dass er seine Bundesliga-Leistungen bestätigt. Dann kann er wieder ganz eng an den Kader heran und vielleicht sogar in die Mannschaft rücken", betonte der Völler-Assistent.
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