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Pokal-Hit zwischen Bayern und Dortmund
Alles dreht sich um Lewandowski

Fotos: Double-Gewinner und Torschützenkönig
Fotos: Double-Gewinner und Torschützenkönig FOTO: dpa, geb kno
Dortmund/München. Der Top-Hit Bayern München gegen Borussia Dortmund im Viertelfinale des DFB-Pokals könnte auch ein Duell von BVB-Torjäger Robert Lewandowski gegen seinen neuen Verein sein. Die Gerüchteküche brodelt vor dem Anpfiff am Mittwochabend.

Der Poker um Robert Lewandowski ist in vollem Gange. Die Frage ist derzeit nur: Wer blufft am Besten? Der Torjäger, der angebliche Interessent Bayern München oder sein derzeitiger Arbeitgeber Borussia Dortmund. Die Gerüchteküche jedenfalls brodelt, erst recht vor dem Viertelfinal-Duell der beiden großen Rivalen am Mittwoch (20.30 Uhr/Live-Ticker) im DFB-Pokal. Der einzige bisherige Fakt dieser scheinbar unendlichen Geschichte: Der BVB will den bis 2014 laufenden Vertrag mit dem Polen verlängern. Doch die Chancen stehen schlecht.

Unabhängig von seiner Sperre in der Liga darf Lewandowski im Pokal-Wettbewerb auflaufen, und die Hoffnungen des BVB auf die Titelverteidigung ruhen einmal mehr auf den außergewöhnlichen Qualitäten ihres derzeit begehrtesten Angestellten. Doch der hat sich längst selbst einen Maulkorb verpasst und versucht, die hitzigen Diskussionen um seine Zukunft zu beruhigen.

"Gehe völlig befreit in die Partie"

"Seit Wochen wird mein Name durch die Öffentlichkeit getrieben. Ich glaube mittlerweile, dass ich unter Druck noch besser bin. Von daher gehe ich völlig befreit in diese Partie und will Tore zum Weiterkommen beisteuern. Wir wollen Bayern noch mal schlagen", sagte der polnische Nationalspieler in einem Interview in der neuesten Ausgabe der Sport Bild: "Mein Anspruch bleibt: Ich will noch besser spielen und diese Saison einen Titel mit dem BVB holen."

Dafür meldet sich Lewandowskis profilsüchtiger Berater Cezary Kucharski in regelmäßigen Abständen über diverse Medien umso lauter. Angeblich habe sein Klient die Entscheidung über seine Zukunft längst getroffen, verkündete er im polnischen Fernsehen. Den Zeitpunkt der Bekanntgabe werde "Robert allein bestimmen. Wer Roberts Karriere verfolgt hat, der weiß, dass er in keinem Verein länger als zwei Jahre gespielt hat. In Dortmund spielt er bereits die dritte Saison", so Kucharski.

Den Borussen gehen die ständigen Nachfragen inzwischen auf die Nerven. Ein Vertragsangebot liege Lewandowski seit Monaten vor, ein Interessent habe sich noch nicht gemeldet. Zudem hat BVB-Boss Hans-Joachim Watzke mehrfach erklärt, dass man seinen Torjäger (derzeit 14 Liga-Treffer) aus wirtschaftlichen Gründen nicht verkaufen müsse und selbst ein Verbleib bis zum Vertragsende eine Überlegung wert sei.

Trainer Jürgen Klopp meinte lakonisch: "Es ist mir eigentlich egal, was Herr Kucharski zu welchem Zeitpunkt oder in welchen Sendungen sagt. Ich bin über alles informiert, was Robert über Fußball denkt." Aber kennt er auch schon Lewandowskis Pläne oder gar den neuen Arbeitgeber?

Hoeneß glättet die Wogen

Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc hält sich ebenso zurück wie die Offiziellen der Bayern. Bayern-Präsident Uli Hoeneß kennt die Dynamik der Medienlandschaft zu genau und versucht vor dem Pokal-Schlager ebenfalls die Wogen zu glätten. "Die Dortmunder sagen doch schon seit Wochen, dass sie glauben, ihn nicht halten zu können. Und wir haben doch drei Stürmer", wird der einstige Manager in der Süddeutschen Zeitung zitiert.

Dass Mario Mandzukic (bislang 15 Bundesliga-Tore), Mario Gomez (beide Verträge bis 2016) und Claudio Pizarro (Vertrag läuft aus) ein den Bayern-Ansprüchen angemessenes Offensiv-Trio bilden, meinte auch "Kaiser" Franz Beckenbauer. "Ein Transfer macht für mich wenig Sinn. Ich würde Lewandowski natürlich nehmen, ihm aber in Aussicht zu stellen, dass er auch spielt, dürfte schwierig werden", ergänzte der 67-Jährige. Pizarro halte er ohnehin für den Besten - "wenn er fit ist".

Angeblich sei in München nicht einmal geklärt, ob der neue Startrainer Pep Guardiola einen Stürmer wie Lewandowski für geschätzte 30 Millionen Euro Ablöse vorziehe. Dass ihn ausgerechnet die Bayern auf ihrer Wunschliste haben, ist den BVB-Verantwortlichen ohnhin ein Dorn im Auge. "Am längeren Hebel sitzen wir", ließ Dortmunds Klub-Chef Watzke wissen, und der Münchner Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge erklärte offiziell, dass man sich nicht jetzt und auch nicht in ein paar Wochen in Dortmund melden wolle.

Trainer Jupp Heynckes versicherte: "Das alles beeinflusst uns nicht. Mit solchen Spekulationen muss man beim FC Bayern leben. Man sieht doch wie Mario Mandzukic derzeit spielt, und auch Mario Gomez hat am Samstag zweimal getroffen."

Der Poker geht also weiter, und die Endlos-Geschichte erhält spätestens ein weiteres Kapitel vor dem Liga-Duell der Branchenführer in Dortmund am 4. Mai.

(sid/seeg/can)
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