Deutlicher Sieg im DFB-Pokal in Frankfurt: Bayern gewinnen – nur Gomez verliert
zuletzt aktualisiert: 29.10.2009 - 15:50Frankfurt/Main (RPO). Es war die erste Gala unter dem neuen Trainer. Dieser, Louis van Gaal mit Namen und seit Sommer verantwortlich für den FC Bayern München, lobte den "schlauen" Stürmer Miroslav Klose. Verloren hat eigentlich nur einer: 30-Millionen-Angreifer Mario Gomez.
"Das waren wieder die Mia-san-mia-Bayern. Das ist der FC Bayern, wie ich ihn mir vorstelle. Das ist der FC Bayern, der seine Stärke demonstriert", sagte Manager Uli Hoeneß nach dem überzeugenden 4:0 (3:0) im Achtelfinale des Cup-Wettbewerbs bei Eintracht Frankfurt.
Der Bayern-Manager richtete den Blick anschließend aber sofort auf die richtungweisende Bundesliga-Partie am Samstag beim kriselnden VfB Stuttgart sowie das Champions-League-Heimspiel am Dienstag gegen Girondins Bordeaux: "Wir müssen jetzt eine Serie starten."
Hoeneß weiß, was die Stunde geschlagen hat. Nach dem souveränen Erfolg in Frankfurt zählen gegen Stuttgart und Bordeaux nur zwei Siege, damit die Kritik an van Gaal vorerst wirklich verstummt. Das mitunter arrogante Auftreten des "Tulpen-Generals" ist schließlich nur im Erfolgsfall öffentlich zu rechtfertigen. Und Rückschläge in der Bundesliga oder Champions League sind mit Erfolgen im DFB-Pokal nicht auszubügeln.
Dennoch machte der Auftritt des 14-maligen Pokalsiegers vor 51. 500 Zuschauern in der ausverkauften Frankfurter Arena Hoffnung auf bessere Zeiten. Vor allem die Stürmer überzeugten. So erfreute Klose die mitgereisten Bayern-Fans zunächst mit seinem vierten Doppelpack im DFB-Pokal (14./19.), ehe der Nationalstürmer Jungstar Thomas Müller den Ball derart gekonnt auflegte, dass dieser nur noch zum 3:0 einschieben brauchte (29.). Zur Feier des Tages gelang auch noch dem emsigen Luca Toni per Flugkopfball der Treffer zum 4: 0 (52.).
"Klose war nicht zu nah an Toni, sondern dahinter. Miro ist ein sehr schlauer Spieler. Da kommen die Tore wie von selbst", sagte van Gaal. Doppeltorschütze Klose meinte: "Es war wichtig, mal früh ein Tor zu machen. Wir haben den Ball gut laufen lassen und damit auch den Gegner."
Damit trennt sich vor allem im Bayern-Angriff für van Gaal die Spreu vom Weizen. Die zu Saisonbeginn wegen Verletzungen kaum in Erscheinung getretenen Klose und Toni haben sich im 4-4-2-System als Doppelspitze durchgesetzt. Sobald Superstar Franck Ribery wieder gesund und Neuzugang Arjen Robben vollständig fit ist, werden Klose und Toni im 4-3-3 um den einzigen freien Platz im Zentrum streiten.
Der Verlierer heißt Mario Gomez. Der 30-Millionen-Euro-Einkauf vom VfB Stuttgart wird wohl auch beim ersten Wiedersehen mit seinem Ex-Klub am Samstag nur auf der Bank sitzen. Van Gaal bestätigte am Mittwoch zudem indirekt, dass der 24-Jährige auch gegen Bordeaux höchstens Ergänzungsspieler sein wird. "Was glauben Sie?", fragte van Gaal einen Reporter ironisch, nachdem Gomez auch nach seiner Einwechslung (69.) als Joker nicht zu überzeugen wusste.
Ohnehin wechselte van Gaal zunächst Martin Demichelis (46.), zehn Minuten vor Gomez zudem Danijel Pranjic für Matchwinner Klose ein. Und zwar deshalb, weil er Demichelis und Pranjic eigener Aussage zufolge Spielpraxis für das Spiel gegen Bordeaux verschaffen wollte. Die braucht Gomez laut van Gaal nicht. Offenbar, weil der Neuzugang nicht in das taktische Konzept des Niederländers passt.
Nicht nur bei Gomez, auch bei Eintracht Frankfurt läuft derzeit kaum etwas zusammen. Dem Streit zwischen Trainer Michael Skibbe und Vorstandsboss Heribert Bruchhagen folgte beim zweiten Spiel gegen die Bayern binnen fünf Tagen die schlechteste Leistung der Hessen seit langem.
"Wir sind förmlich deklassiert und an die Wand gespielt worden", sagte Bruchhagen. Neuzugang Maik Franz, der das 0:3 durch Mülle mit einem katastrophalen Rückpass eingeleitet hatte, will derweil am Sonntag gegen den VfL Bochum Wiedergutmachung betreiben: "Wir müssen gegen Bochum den verlorenen Kredit zurückgewinnen."
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