Aachen - München 0:4: Bayern letztlich souverän
VON ROBERT PETERS - zuletzt aktualisiert: 26.01.2011 - 22:24Aachen (RPO). An heftigen Ankündigungen hatte es schon mal nicht gemangelt. „Wir werden sie jagen“, sagte Alemannia Aachens Trainer Peter Hyballa. „Wir werden sie totlaufen“, versprach sein Münchner Kollege Louis van Gaal. So schlimm kam es dann nicht.
Es blieb alles im Rahmen der guten mitteleuropäischen Fußballsitten. Und auch das Ergebnis des DFB-Pokal-Viertelfinales zwischen dem Zweitligisten und den Bayern entsprach durchaus den Erwartungen. Der Rekordpokalsieger aus München setzte sich auf dem Tivoli mit 4:0 durch.
Hyballas Team ließ den großen Worten ihres Trainers zwar viel Engagement und eine gute taktische Ordnung folgen, in Gefahr brachten sie das Tor von Thomas Kraft aber erst in der Schlussphase. Die Bayern kontrollierten die Begegnung weitgehend, ohne allerdings spielerischen Glanz zu hinterlassen.
Die Führung war freilich ebenso gekonnt wie kühl herausgespielt. Luiz Gustavo lief sich im Rücken von Hamit Altintop frei und flankte präzise auf Mario Gomez, der nur noch sein edelstes Körperteil, den Kopf, hinhalten musste. Der bekannte Torjäger erfreute sich in dieser Szene erstaunlicher Freiheit.
Stimmen
Trainer Peter Hyballa (Alemannia Aachen): "Wir hatten in beiden Halbzeiten gute Chancen. Respekt vor Bayern, das ist eine tolle Mannschaft. Für uns war es ein tolles Erlebnis."
Trainer Louis van Gaal (Bayern München): "Wir haben gut angefangen und das 1:0 gemacht, dann aber vor der Pause den zweiten Treffer versäumt. Nach dem Seitenwechsel standen wir eine Viertelstunde unter Druck. Dann habe ich Arjen Robben gebracht, und danach lief das Spiel wieder für uns."
Aachen hatte auf die Ballkontrolle der Bayern keine taugliche Antwort. Die Heimmannschaft spielte, wenn sie denn mal den Ball gewann, meist zu langsam in die Spitze. Die umformierte Abwehr des Meisters hatte mit diesen Angriffen wenig Mühe. In der Mitte prallten sie an Holger Badstuber und Anatoliy Tymoshchuk ab, auf den Flügeln hatten Gustavo (links) und Philipp Lahm meist alles im Griff.
Die Offensivaktionen der Münchner blieben sehr dosiert. Bastian Schweinsteiger, auf der vorderen Mittelfeldposition hinter Stürmer Gomez aufgeboten, hatte ein paar nette Ideen, zwingend wirkte das aber nicht. Dem Bayern-Spiel ging das Überraschungsmoment ab – vielleicht auch, weil van Gaal den verschnupften Arjen Robben lange auf der Bank ließ. Er hatte dort viel Beinfreiheit, weil das Aufgebot der Münchner ausgedünnt ist. Neben Jörg Butt, Breno und Miroslav Klose saßen da nur noch Stammkräfte der zweiten Mannschaft, Nicolas Jüllich und Boy Deul. Eine Folge von Verletzungen (Ribery, Olic) und der Transferpolitik des Winters.
Aber auch diese eher bescheidene Auswahl an Münchner Fußballprofis hatte genügend Qualität, den tapfer arbeitenden Zweitligisten zu beherrschen. Sie unterließ es jedoch allzu großmütig, die Führung auszubauen. Gomez wäre dazu in der Lage gewesen, als er von Thomas Müller im Strafraum freigespielt worden war, er scheiterte am Aachener Schlussmann David Hohs. Derartige Großzügigkeit und einige Unsicherheiten des Torwarts Kraft hielten die Alemannia im Spiel.
Benjamin Auer hätte mit einem Kopfball beinahe den Ausgleich erzielt. Das weckte Mannschaft und Publikum wieder auf. Die Hoffnung auf eine Überraschung beendete Müller. Auf Zuspiel des eingewechselten Robben wackelte er Hohs aus und erzielte das 2:0. Kurz danach legte er einen weiteren Treffer nach. Kurz vor dem Abpfiff durfte auch noch einmal Robben jubeln. Die Aachener hatten sich da schon längst aufgegeben.
Statistik:
Aachen: Hohs - Demai, Stehle, Feisthammel, Achenbach - Junglas - Höger, Radjabali-Fardi (54. Kratz) - Arslan (73. Radu) - Auer, Stieber (82. Cubukcu). - Trainer: Hyballa
München: Kraft - Lahm, Timoschtschuk, Badstuber, Luiz Gustavo - Ottl, Pranjic - Hamit Altintop (72. Robben), Schweinsteiger, Müller - Gomez (82. Klose). - Trainer: van Gaal
Schiedsrichter: Michael Weiner (Giesen)
Tore: 0:1 Gomez (26.), 0:2 Müller (75.), 0:3 Müller (80.), 0:4 Robben (88.)
Zuschauer: 32.190 (ausverkauft)
Beste Spieler: Junglas - Pranjic, Hamit Altintop, Müller
Gelbe Karten: Junglas
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