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BVB-Fans werfen Tennisbälle
Berechtigter Protest – alberne Umsetzung

Twitter diskutiert über die Tennisbälle der BVB-Fans
Twitter diskutiert über die Tennisbälle der BVB-Fans
Meinung | Stuttgart/Düsseldorf. Der Protest der Fans von Borussia Dortmund gegen die Ticketpreise in Stuttgart war durchaus berechtigt. Doch die Aktion mit den Tennisbällen hätten sich die Anhänger sparen können, findet unser Autor. Von Robert Peters

Liebe BVB-Ultras,

wir haben uns sehr gefreut, dass ihr uns die Ungerechtigkeiten der Preisgestaltung im Profifußball mit einem eindrucksvoll verspäteten Einzug ins Stuttgarter Stadion vor Augen geführt habt. Der Protest gegen Vereine, die kein Herz mehr haben für die, die ihnen Stimmung und ein prächtiges Leben garantieren, ist berechtigt. Die Aktion mit den Tennisbällen, die ihr mit der Beharrlichkeit von selbstgerechten Eiferern beinahe bis zum Ende des Spiels auf den Rasen geworfen habt, war aber nur albern.

Ihr habt sie mit einem Plakat "Großes Tennis" unterstrichen. Wahrscheinlich habt ihr euch unheimlich amüsiert, als Systemkritiker gefühlt und als tapfere Spaß-Guerilla im Kampf gegen die Auswüchse der Unterhaltungsindustrie Profisport. Abgesehen davon, dass ihr sogar die eigenen Lieblinge in der Ausübung ihres Berufs nachhaltig gestört habt (beispielsweise Henrikh Mkitaryan beim Versuch, einen Eckball zu treten), findet ihr die Bühne der verabscheuungswürdigen Veranstaltung doch immerhin so schön, dass ihr euch gern darauf präsentiert. Sonst kriegt es ja niemand mit, werdet ihr sagen.

Falsch. Wenn ihr gar nicht kommt, sieht das jeder im Stadion und im Fernsehen, weil die Blöcke leer sind. Und wenn ihr für die Vereine wirklich so wichtig seid, wie ihr selbst glaubt, dann werden die auf solche Demonstrationen bestimmt reagieren. Ihr müsst dann nicht einmal teure Tennisbälle verschwenden. War nur so ein Tipp.

Schöne Grüße
Robert Peters

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