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Online-Petition nach "Torklau" im Pokalfinale
BVB-Fans machen gegen DFB und FC Bayern mobil

DFB-Pokal: Dante klärt Hummels-Kopfball hinter der Linie
DFB-Pokal: Dante klärt Hummels-Kopfball hinter der Linie FOTO: dpa, hak
Düsseldorf. Der "Torklau" vom DFB-Pokalfinale in Berlin erhitzt auch zwei Tage nach dem Endspiel zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund die schwarz-gelben Gemüter. Im Internet haben Dortmund-Fans nun eine Petition gegen den Deutschen Fußball-Bund (DFB) ins Leben gerufen. Von Stephan Seeger

Die Fans von Borussia Dortmund sind immer noch sauer. Sauer auf Schiedsrichter Florian Meyer und seine Assistenten, die den Westfalen im Finale des DFB-Pokals einen Treffer von Mats Hummels zum vermeintlichen 1:0 verweigert und den BVB so um den möglichen Pokalsieg gebracht hatten. Der Zorn der Anhänger hat sich bis Montag sogar auf den DFB ausgeweitet.

"Definitiv nicht drin": Das sagt das Netz zum vermeintlichen Hummels-Tor

Auf der Seite onlinepetition.de haben die Anhänger der Schwarz-Gelben nun eine Petition gegen den DFB ins Leben gerufen. Die Begründung: "In den letzten Jahren, gab es massive Unstimmigkeiten seitens des DFB. In einigen brisanten Spielen der 1. Bundesliga und dem DFB Pokal kam es zu Fehlentscheidungen. Der Höhepunkt wurde am gestrigen Abend im Pokalfinale Borussia Dortmund – Bayern München erreicht. In vielen Situationen wurde von sämtlichen Schiedsrichtern falsch oder parteiisch gehandelt. Somit ergibt sich die Vermutung von evtl. Bestechnung bzw. Bevorteilung der gegnerischer Manschaften. Aufgrund anhaltender Vermutungen fordern wir den DFB auf, dies in einem unabhängigen Ausschuss genaustens zu Untersuchen."

Bis Montagnachmittag unterzeichneten rund 16.000 Menschen – die meisten anonym – die Petition, minütlich kommen neue Unterschriften hinzu. In den Kommentaren lassen die gefrusteten BVB-Fans ihrem Unmut über die Entscheidung freien Lauf. "Was dort abgegangen ist, ist einfach unglaublich. Wie kann es sein, dass der Linienrichter anzeigt, dass es ein Tor gewesen ist und der Schiedsrichter dann einfach weiterspielen lässt ??? Schließlich hatte der linienrichter die bessere position, um das zu erkennen", schreibt ein Unterzeichner – anonym. Ein anderer echauffiert sich über die Bevorzugung des Rekordmeisters: "Ich möchte, dass mal angefangen wird den Bayernbonus zu untersuchen. Denn die können nicht immer Dusel haben und durch solche Entscheidungen gewinnen."

Pressestimmen: "Robben wird zum BVB-Henker!" FOTO: RPO

Einige anonyme Unterstützer der fragwürdigen Petition fordern sogar, die Fehlentscheidungen der vergangenen fünf Jahre prüfen zu lassen. Dabei würden die kritischen Dortmunder Stimmen wohl schon verstummen, wenn sich die Fans die "Wahre Tabelle" der abgelaufenen Saison anschauen. Denn laut der Internetplattform, die an jedem Spieltag die Fehlentscheidungen auflistet und eine Tabelle mit Abzug dieser errechnet, hat der BVB mehr von Fehlentscheidungen profitiert als der Rivale aus München. Dortmund kommt in der "Wahren Tabelle" auf 69 Punkte, in der offiziellen Tabelle der Deutschen Fußball-Liga (DFL) auf 71. Die Bayern weisen in beiden Versionen der Abschlusstabelle 90 Punkte auf.

Dem BVB wurden demnach elf Tore geschenkt und sieben verweigertden Bayern dagegen fünf Tore geschenkt und 14 verweigert, wobei unter "verweigert" gegebene Elfmeter direkt als Tor gezählt werden.

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Schiedsrichter-Boss Herbert Fandel gab mittlerweile zu, dass Meyer und seine Assistenten am Samstag einen Fehler gemacht haben. "Das Standbild zeigt, dass der Ball drin gewesen sein muss. Aber ich habe absolutes Verständnis dafür, dass der Assistent in seiner Wahrnehmung Zweifel hatte. Er war sich nicht zu 100 Prozent sicher - und nur auf Vermutung kann man nicht auf Tor entscheiden", sagte Fandel am Montag. Der DFB denkt nun sogar wieder darüber nach, doch eine Torlinientechnik einzuführen, gegen die sich erst vor zwei Monaten die Mehrheit der 36 Profiklubs ausgesprochen hatten – die Bayern und der BVB waren dafür.

So lange es diese Technologie allerdings nicht gibt, wird es bei solchen Szenen wie am Samstag immer wieder zu Diskussionen kommen. Pünktlich zur WM in Brasilien könnten die Initiatoren der aktuellen Petition den Weltverband Fifa vielleicht dazu auffordern, das Wembley-Tor von 1966 untersuchen zu lassen. Dann würden im gleichen Zeitraum sicher noch mehr als 16.000 Menschen unterschreiben, der Effekt der überflüssigen Trotzreaktion bliebe aber der gleiche.

(seeg)
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