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Letztes Spiel mit dem BVB
Hummels' härteste Prüfung steht im noch bevor

Fotos: Hummels verabschiedet sich aus Dortmund
Fotos: Hummels verabschiedet sich aus Dortmund FOTO: afp, PST
Dortmund. Bloß nicht wie Lothar Matthäus: Mats Hummels erwarten im DFB-Pokal-Finale 90, möglicherweise auch 120 Minuten unter dem Brennglas.

Mats Hummels mag diese letzten Male nicht, denn sie brennen in der Seele und stellen alles infrage. "Es ist ein komisches Gefühl", berichtet der Kapitän von Borussia Dortmund, und er wird dabei doch ziemlich wehmütig: "Ein letztes Mal vor die Südtribüne, ein letztes Mal in einem Restaurant essen, ein letztes Mal an meiner alten Wohnung vorbeifahren. Das ist schon schwer."

Die Gedanken schmerzen. Allerdings kommt die härteste Prüfung für Mats Hummels ja erst noch: Das letzte Mal im BVB-Trikot - und das auch noch gegen seinen künftigen Verein Bayern München am Samstag (20 Uhr/Live-Ticker) im DFB-Pokal-Finale. 90, möglicherweise 120 Minuten unter dem Brennglas.

"Emotional ist das schon eine große Belastung", sagte Borussia Dortmunds und Bayern Münchens früherer Erfolgstrainer Ottmar Hitzfeld der "Sport Bild": "Er will unbedingt als Sieger vom Platz gehen, als Bayern-Bezwinger nach München kommen. Das alles spielt eine Rolle."

Matthäus als mahnendes Beispiel

Selbstverständlich kennt auch Hummels die Geschichte von Lothar Matthäus, der 1984 in ähnlicher Situation bei Borussia Mönchengladbachs Final-Niederlage gegen die Bayern im Elfmeterschießen über das Tor schoss. Verziehen hat man dem Weltmeister von 1990 das in Mönchengladbach heute noch nicht.

Hummels weiß daher gar nicht, ob er sich im Fall der Fälle überhaupt den Ball auf den kleinen Kreidekreis legen würde, "puh, mal sehen". Eines aber weiß er: "Jeder Fehler, den ich mache, wird endlos seziert werden. Am besten spiele ich perfekt. 100 Prozent Passquote, 100 Prozent gewonnene Zweikämpfe." Denn sonst heiße es: "Da! Der ist mit dem Kopf ja schon in München!"

Das ist Mats Hummels gewiss noch nicht, obwohl sein Kopf schwirrt. "Was nimmst Du mit? Was nicht? Ein paar Gedanken muss man sich ja machen." Die "richtigen Gedanken", wie er es nennt, will Hummels erst am 22. Mai zulassen: "Wenn wir mit dem Pokal im Bus nach Dortmund fahren. Ich will die Bayern schlagen, solange ich hier bin."

Auf die beiderseitigen Ratschläge der Klub-Granden kann er gut verzichten. Hans-Joachim Watzke, BVB-Geschäftsführer, rief die Fans der Borussia vor dem letzten Ligaspiel gegen den 1. FC Köln (2:2) auf, ihren Kapitän fair zu behandeln - es wäre gar nicht nötig gewesen. Ebensowenig der fragwürdige Tipp Karl-Heinz Rummenigges, Hummels solle doch bis zum Ende alles für Dortmund geben. Als ob das nicht eine Selbstverständlichkeit wäre.

Hummels will den Pokal mit ins Bett nehmen

Mats Hummels gibt deshalb auch alles dafür, sich noch einmal als Borusse zu präsentieren. Die perfekte Geschichte für diese Stoßrichtung hat er am Samstag geliefert, sie wird in den kommenden Tagen dutzendfach erzählt werden.

Er habe einen "Plan", sagte Hummels, genauer gesagt einen Traum: "Wenn wir gewinnen, werde ich fragen, ob ich den Pokal mit in mein Bett nehmen darf." Am besten um fünf Uhr morgens, volltrunken. Es wäre ein schönes letztes Mal.

Ein unangenehmes erstes Mal wird dann der 14. August. Mats Hummels wird im Supercup wieder in Dortmund auflaufen, vor der Südtribüne. Im Trikot des FC Bayern. Er lacht, wenn er daran denkt: "So musste es ja kommen."

(areh/sid)
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