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"Der hatte keine Lust mehr"
Bender springt für Keeper Bürki ein und entscheidet das Halbfinale

Bender lenkt Robben-Schuss an Pfosten
Bender lenkt Robben-Schuss an Pfosten FOTO: rtr, sw
München. Der gelernte Mittelfeldspieler Sven Bender muss bei Borussia Dortmund derzeit als Innenverteidiger aushelfen. Im Pokal-Halbfinale bei Bayern München machte er das besonders gut und gab dem Spiel mit einer spektakulären Rettungsaktion die Wende.

Sven Bender war nach dem Pokalkampf seiner Dortmunder Borussia gegen den FC Bayern zu Scherzen über seine Rettungstat aufgelegt. "Roman Bürki hat irgendwie keine Lust mehr gehabt. Da hab' ich dann gesagt, da übernehme ich mal seinen Part", sagte der bestens gelaunte Innenverteidiger über eine Schlüsselszene in der 63. Minute beim Stand von 1:2 aus Dortmunder Sicht.

Im Stile eines Handball-Torwarts hatte er einen Schuss von Arjen Robben mit der Fußspitze an den linken Pfosten gelenkt, von da flog der Ball wieder ins Spielfeld. Das Lob von Torwart Bürki war Kurzzeit-Keeper Bender sicher: "Den hätte ich nicht gehalten." Im Netz feierten die Fans "Manni Bender" als Fußballgott.

Für Bender war es das erste Pokalspiel in dieser Saison, seine spektakuläre Rettung gehörte zu den meistdiskutierten Situationen des Spiels. "Ich hab ein bisschen den Überblick verloren und gar nicht gesehen, wo der Ball dann wirklich hin ist. Den Pfosten hab ich noch gehört, der Ball hätte aber genauso gut reingehen können", sagte der jüngere der Bender-Zwillinge, der wie sein Bruder Lars eher im Mittelfeld zu Hause ist, derzeit aber in der Abwehrzentrale aushelfen muss.

FC Bayern trauert Chancen hinterher

Hätte Bender seinen Fuß nicht an den Ball bekommen, das Spiel wäre wohl entschieden gewesen. Schwer vorstellbar, dass der BVB nach einem 1:3-Rückstand nochmal zurückgekommen wäre. Doch weil die Bayern eine Großchance nach der anderen vergaben – neben der Robben-Chance hatte unter anderem Robert Lewandowski zweimal das 3:1 auf dem Fuß – blieb der BVB im Spiel und drehte es durch die Tore von Pierre-Emerick Aubameyang (69.) und Ousmane Dembélé (74.) noch.

Pressestimmen: "Koa Triple, koa Double!" FOTO: dpa, kne jai

"Wir haben alles reingeworfen. Die Mannschaft, die es mehr wollte, ist weitergekommen", sagte Bürki. Robben trauerte den vergebenen Möglichkeiten hinterher. "Zwei Niederlagen, zweimal ausgeschieden - und zweimal unnötig", sagte der Niederländer über das Pokal-Aus gegen den BVB und zuvor im Viertelfinale der Champions League gegen Real Madrid.

Dass das Weiterkommen des BVB nach dem Spielverlauf etwas glücklich war, das gaben auch die Dortmunder zu. Sportdirektor Michael Zorc sagte aber: "Wenn es eine Mannschaft verdient hat, nach den letzten Wochen ein bisschen Glück zu haben und nach Berlin zu fahren, dann Borussia Dortmund."

(areh/dpa)
 
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