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Dynamo Dresden Fans Polizei Panorama dapd 2011
  Foto: dapd, dapd
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Gewaltbereite Fans im Fußball: "Das Ziel kann nur die Ausgrenzung sein"

zuletzt aktualisiert: 27.10.2011 - 16:14

Frankfurt/Main (RPO). Pokal brutal: Während DFB-Präsident Theo Zwanziger und Liga-Boss Reinhard Rauball nach den massiven Krawallen bei den Spielen Borussia Dortmund gegen Dynamo Dresden sowie Eintracht Frankfurt gegen den 1. FC Kaiserslautern gegen gewaltbereite Fußball-Fans auf die Barrikaden gehen, fordert Frankfurts Vorstandsboss Heribert Bruchhagen bereits konkrete Maßnahmen wie beispielsweise einen Verkaufsstopp von Dauerkarten an bekennende Ultra-Anhänger.

"Diese Vorgänge sind nicht länger hinnehmbar. Es muss eine konzertierte Aktion der DFL geben. Beispielsweise muss darüber nachgedacht werden, dass alle Klubs keine Jahreskarten mehr an bekennende Ultras abgeben. Ziel kann nur sein, dass diese gewaltbereiten Fans ausgegrenzt werden. Und zwar von der DFL, dem DFB von den Vereinen und von den richtigen Fans, die mit großer Freude ein Fußball-Spiel besuchen", sagte Bruchhagen am Donnerstag im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (SID).

Geschockt von den beiden "Chaos-Tagen" im DFB-Pokal zeigten sich auch Zwanziger und Rauball, die nun den Kontakt zu den Behörden suchen wollen. "Die Entwicklung ist erschreckend. Mit verbaler Gewalt wie Hassgesängen fängt es an, geht weiter über den gefährlichen Pyro-Einsatz bis zu direkter Gewalt. Man kann das Problem nicht allein der Polizei überlassen", sagte DFB-Boss Theo Zwanziger der Bild-Zeitung.

"Wir streuen uns Sand in die Augen"

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"Geisterdebatte"

Ligaverbands-Präsident Reinhard Rauball wehrt sich weiter gegen den Einsatz von Pyrotechnik in den deutschen Stadien. "Es gibt da eine Geisterdebatte, dass der Deutsche Fußball-Bund und die Liga die Pyros doch 'legalisieren' könnten. Schon die Gesetzeslage verhindert das", sagte der Liga-Boss der Süddeutschen Zeitung (Freitagsausgabe).

"Laut Versammlungs- und Ordnungsrecht darf Feuerwerk nur ein ausgebildeter Feuerwerker machen - und das ganz sicher nicht im Bereich einer dicht besetzten Tribüne im Stadion. Das ist verboten. Die Vereine können daran nichts ändern", sagte Rauball und erteilte damit der von vielen der Ultra-Fangruppen geforderten Einführung sogenannter "Pyrozonen" eine klare Absage.

Rauball unterstrich, dass die DFL das Thema Sicherheit ganz gewiss nicht unterschätzt: "Wir streuen uns Sand in die Augen, wenn wir lediglich von 'ein paar Idioten' sprechen. Die gewaltbereite Szene ist deutlich höher als bislang angenommen. Bei der Bestrafung der notorischen Krawallmacher werde ich zusammen mit Dr. Zwanziger das Gespräch mit allen Generalstaatsanwälten suchen. Wir lassen uns den Fußball nicht kaputt machen."

Bei den Spielen in Dortmund und Frankfurt war es erneut zu massiven Ausschreitungen zwischen Fans und Polizei gekommen. Vor allem den Teams aus Dresden, Kaiserslautern und Frankfurt drohen nun hohe Geldstrafen seitens des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). In Frankfurt vermeldete die Polizei mindestens acht verletzte Polizisten, davon einen Schwerverletzten. Neun Hooligans wurden festgenommen. Die Krawallmacher hatten bereits auf dem Weg zum Stadion mit Flaschen, Böllern und Steinen geworfen und die direkte Konfrontation mit der Polizei gesucht.

Zudem geriet am Bahnhof ein Fan auf noch ungeklärte Weise vor einen einfahrenden Zug. Der Mann liegt mit einem gebrochenen Arm und dem Verdacht auf innere Verletzungen in einem Frankfurter Krankenhaus. Bereits am Dienstag war es beim Spiel zwischen Dortmund und Dresden zu heftigen Ausschreitungen gekommen. 15 Rowdys von Dynamo wurden inhaftiert, zwei Polizisten verletzt.

"Es ist eine grundsätzliche Problematik"

"Wir werden den Kopf nicht in den Sand stecken und vor diesen Radikalinskis auch nicht kapitulieren. Es ist eine grundsätzliche Problematik, die die ganze Gesellschaft betrifft. Nur wenn wir alle an einem Strang ziehen, werden wir diese Problematik in den Griff bekommen", sagte Bruchhagen, der den Kreis der Gewalttäter bei der Eintracht eingrenzte und sich gegen noch mehr Ordner bei den Hessen aussprach: "Wir hatten beim Spiel gegen Kaiserslautern 750 Ordner im Einsatz. Und wir können ja nicht wegen 500 Chaoten 45.000 Ordner einstellen. Zudem blieb es ja im Stadion bis auf das Abbrennen von drei Bengalos über weite Strecken recht ruhig."

Die Sicherheitslage beim brisanten Südwest-Derby war bereits frühzeitig aus dem Ruder gelaufen. Nachdem im Block 20 FCK-Fans in der ersten Spielminute Pyrotechnik abgebrannt und anschließend einen Ordner tätlich angegriffen hatten, marschierten 50 Polizisten auf. Die Beamten konnten die Lage im Stadion zunächst beruhigen, ehe die Lauterer Anhänger Mitte der zweiten Halbzeit ein weiteres Feuerwerk in ihrem Block zündeten.

Bereits im Laufe der Woche hatten Eintracht-Ultras in einem Internet-Blog die Lauterer als "Schweine aus der Pfalz" verunglimpft und damit erneute Krawalle provoziert. Frankfurts Vorstandschef Heribert Bruchhagen hatte noch am Dienstag an die Vernunft der Fans appelliert, aber offenbar einmal mehr nichts damit erreicht.

Zudem ermittelt der DFB gegen den Zweitligisten Dynamo Dresden. Die Dynamo-Ultras sorgen bereits seit Monaten für Ärger und waren auch in Dortmund wieder äußerst negativ aufgefallen. Mit dem Zünden von Pyrotechnik hatten die Dresdner Anhänger drei Spielunterbrechungen herbeigeführt.

Quelle: SID/sgo

 
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