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| 13.07 Uhr

Chemnitz hofft auf Pokal-Sensation
Erst Bayern schlagen, dann "nackt durchs Stadion"

DFB-Pokal: Chemnitzer FC träumt von Sensation gegen den FC Bayern München
Robert Lewandowski (onlinks), Sebastian Rudy, Arturo Vidal (versteckt) und Coretin Tolisso müssen mit dem FC Bayern München in der erste Runde des DFB-Pokals beim Chemnitzer FC antreten. FOTO: dpa, mb hak
Chemnitz. Der Respekt vor dem Rekordmeister ist gigantisch, die Chancen auf das Weiterkommen sind verschwindend gering, doch der Traum von der Sensation lebt: Drittligist Chemnitzer FC hofft in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen Bayern München (15.30 Uhr/Live-Ticker) auf das viel zitierte Wunder. 

"Wenn wir gegen Bayern gewinnen, renne ich nackt durchs Stadion", versprach Stürmer Daniel Frahn bei Sky Sport News HD. Nicht nur Frahn hat das Pokalfieber gepackt. Schon nach der Auslosung im Juni hatte der gesamte Verein kopf gestanden. "Mein erster Gedanke war 'Ach du Scheiße.' Der nächste dann: 'Für die Stadt und das Umfeld ist das ja super.' Nach der ersten Reaktion war die Freude dann groß", sagte Trainer Horst Steffen am Donnerstag. Unterstützung erhalten die Himmelblauen auch von CFC-Ikone Michael Ballack. Der ehemalige Capitano der Nationalmannschaft, der auch für die Bayern spielte, drückt seinem Jugendklub aus dem Portugal-Urlaub die Daumen.

Einer, der weiß, wie die Überraschung gelingen kann, ist Dennis Grote. 2008 hatte der Offensivspieler seinem damaligen Klub VfL Bochum in der Bundesliga per Kopf ein 3:3 beim Rekordmeister gerettet, schon ein Jahr davor hatte der Linksfuß die Münchner mit einem Traumtor geärgert.

"Es sind schon andere Vorzeichen als damals. Wir sind der klare Underdog. Deswegen ist es für mich etwas Außergewöhnliches", sagte Grote. Später gewann er ohne Einsatz gemeinsam mit Manuel Neuer, Jerome Boateng und Mats Hummels 2009 die U21-Europameisterschaft. Seine einstigen Mitspieler wurden anschließend Weltmeister, Grote ging einen anderen Weg.

Ein Erfolgserlebnis gegen den FC Bayern, so unwahrscheinlich es auch ist, wäre für Grote und die Chemnitzer Gold wert. Der Verein hat bewegte Monate hinter sich. Eine komplette Elf verließ den Verein inklusive Trainer Sven Köhler.

Der neue Coach Steffen hatte viel damit zu tun, die neuen Spieler zu einer funktionierenden Mannschaft zu formen. Bisher noch mit mäßigem Erfolg. In der Liga reichte es in den ersten vier Partien nur zu vier Zählern. All das wäre mit einem Sieg im Spiel des Jahres vergessen. "Die ganze Stadt, die Fans und die Mannschaft hat so ein Spiel selten. Wir wollen uns nach Kräften wehren und die Gelegenheit nutzen, es für uns als Fest anzunehmen", sagte Steffen.

Zum Saisonstart wirkte das Team noch ausgelaugt und in der Defensive leistete sich die Dreierkette Aussetzer, die gegen die Münchner den sofortigen K.o. bedeuten würden. "Wir wollen kein Pressing spielen. Das wäre sehr vermessen. Wir wollen hin und wieder unsere Nadelstiche setzen", sagte Steffen.

Ebenfalls Sorgen bereitete vor Beginn der Spielzeit die Erteilung der Drittliga-Lizenz. Erst kurzfristig garantierte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) dem DDR-Meister von 1967 die Zulassung für die laufende Saison - wenn auch nur unter Auflagen.

Da kommt der Pokal-Kracher gegen die Bayern gerade recht. "Das Los ist ein Glücksfall. Das Interesse ist riesengroß und das Stadion ausverkauft", sagte Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) der Freien Presse. 15.015 Zuschauern werden in der community4you Arena mit den Chemnitzern zittern. Der Rest der Anhängerschaft versammelt sich in Kneipen zum improvisierten Public Viewing - und will die Bayern scheitern sehen.

(can/sid)
 
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