| 21.12 Uhr

1:2 im Pokal gegen Nürnberg
Eckbälle brechen MSV das Genick

Duisburg - Nürnberg: die Bilder des Spiels
Duisburg - Nürnberg: die Bilder des Spiels FOTO: dpa, a fdt
Der MSV Duisburg ist bereits in der ersten Pokalrunde ausgeschieden. Gegen Zweitliga-Spitzenreiter 1. FC Nürnberg kassierten die "Zebras" eine 1:2 (0:2)-Niederlage. Beide Gegentore fielen einmal mehr nach Eckbällen. Von Patrick Scherer, Duisburg

In Duisburg erzählen sie sich gerne die Geschichten von 1966, 1998 und 2011. Von den Reisen nach Berlin zu den Endspielen im DFB-Pokal. Zwar gingen die Partien zwei Mal gegen den FC Bayern und gegen Schalke 04 verloren, doch die Geschichten der MSV-Anhänger werden mit reichlich blumigen Formulierungen ausgeschmückt. Und so ist in jeder Saison der Wunsch nach Wiederholung groß. In diesem Jahr ist der Traum allerdings bereits beendet. Der MSV verlor in der ersten Runde gegen Zweitligakonkurrent Nürnberg.

Vor dem Spiel war neben dem sportlichen Faktor vor allem auch der finanzielle Aspekt Teil der Gesprächsrunden rund um die Arena in Wedau. "Zweite Runde wär' gut für die Kohle, wa", gab der Getränkeverkäufer seinen bierseligen Kunden mit auf den Weg. In der Tat. Dem klammen Verein hätten die 318.500 Euro, die es für einen Einzug in die nächste Runde gegeben hätte, gut zu Gesicht gestanden.

So kann sich der MSV von nun an aber ganz auf den Klassenerhalt in der zweiten Liga konzentrieren. Was für diese Aufgabe in den kommenden Wochen auf dem Trainingsplan stehen dürfte, scheint nach der Niederlage gegen die Franken eindeutig: Standardsituation verteidigen. Bei Sebastian Kerks Eckbällen durften Hanno Behrens (20.) und Georg Margreiter (41.) völlig freistehend einköpfen. Damit fielen drei der bisher vier Duisburger Gegentore in dieser Saison nach Eckbällen. Bereits am ersten Spieltag in Dresden sorgte diese Nachlässigkeit für eine 0:1-Niederlage.

"Da haben wir Lehrgeld bezahlt"

"Das bricht uns das Genick", sagte Lukas Fröde und blickte in die Zukunft: "Wir müssen zusehen, dass wir das aus den Köpfen bekommen und keine Angst haben, wenn eine Ecke reinsegelt. Zum Glück ist es noch früh in der Saison, um das abzustellen." Trainer Ilia Gruev stimmte in das Klagelied seines Mittelfeldspielers ein: "Es ärgert mich, dass wir dadurch verloren haben. Da haben wir Lehrgeld bezahlt. Wir müssen da cleverer agieren."

Es war dadurch ein insgesamt ärgerlicher Spielverlauf für die Hausherren vor 15.576 Zuschauern in der MSV-Arena. In einer ausgeglichenen ersten Hälfte vergab Simon Brandstetter zwei große Gelegenheiten, den Spielverlauf in eine andere Richtung zu bringen. Nach schönem Pass von Oliveira Souza war sein Abschluss (17.) aber zu schwach. Kurz später rauschte Brandstetters Volleyschuss (24.) nach Flanke von Tugrul Erat am Pfosten vorbei. "Wären wir in Führung gegangen oder hätten den Ausgleich erzielt, wäre das Spiel ganz anders gelaufen", sagte Gruev.

Doch Nürnberg nahm den 2:0-Vorsprung mit in die zweite Hälfte und konzentrierte sich fortan aufs Verteidigen. Der MSV rannte an, kam aber erst in der Schlussphase zu Tormöglichkeiten. Der eingewechselte Kingsley Onuegbu traf nur die Latte (86.), ehe Kevin Wolze einen fragwürdigen Elfmeterpfiff zum 1:2 (90.+4) nutzte – zu spät. Mittelfeldspieler Fabian Schnellhardt richtete den Blick nach vorne: "Ivo (Sportdirektor Ivica Grlic, Anm. d. Red.) kam nach dem Spiel zu mir und hat gesagt: 'So wie in der zweiten Hälfte müssen wir immer spielen.' Das muss unser Ziel sein."

In der Liga geht es für den MSV am Samstag (13 Uhr/Live-Ticker) beim 1. FC Heidenheim weiter.

 
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