Randale im DFB-Pokal: Dynamo droht weiterer Sponsoren-Verlust
zuletzt aktualisiert: 10.01.2012 - 14:07Dresden (RPO). Zweitligist Dynamo Dresden bekommt die Auswirkungen der Fankrawalle im DFB-Pokalspiel beim deutschen Meister Borussia Dortmund weiter zu spüren. Der achtmalige DDR-Meister muss sich auf weitere finanzielle Einbußen gefasst machen. Nachdem Hauptsponsor Veolia in Folge der Randale mit Ausstieg gedroht hatte, denkt nun anscheinend auch Stadionsponsor Goldgas über Konsequenzen nach.
Der Gasanbieter hatte Dynamo bereits kurz vor Weihnachten mit einem Ausstieg aus dem Vertrag mit der Stadiongesellschaft gedroht. Wie die Sächsische Zeitung berichtet, werde sich das Unternehmen nach einem neuen Vorfall ähnlichen Ausmaßes wie in Dortmund zurückziehen. "Man macht ja so ein Engagement, weil man etwas Positives damit verbindet. Aber wir sind alle nicht daran interessiert, dass Heimspiele zum Beispiel im leeren Stadion stattfinden", sagte Goldgas-Sprecher Frank Ehrich.
Der Sprecher spielte damit auf die mögliche Starfe eines Geisterspiels an, die der DFB im Falle des Liga-Konkurrenten Hansa Rostock bereits verhängt hatte. Rostock musste seine Partie kurz vor Weihnachten gegen Dresden (2:2) nach Ausschreitungen seiner Fans vor leeren Rängen austragen. Dynamo selbst wurde nach den heftigen Krawallen rund um das Pokalspiel in Dortmund am 25. Oktober (0:2) vom Wettbewerb im kommenden Jahr ausgeschlossen. Dagegen hat der Klub Protest eingelegt. Der Einspruch wird noch verhandelt. Der Ausschluss hätte einen Einnahme-Ausfall in Millionenhöhe zur Folge.
Der Ausstieg des Namenssponsors käme Dynamo teuer zu stehen. Der Gasversorger soll für die Namensrechte am Stadion jährlich 500.000 Euro zahlen und dem Klub zudem eine weitere Summe in sechsstelliger Höhe zur Verfügung stellen. Der Verein wollte sich am Dienstag zunächst nicht dazu äußern. Geschäftsführer Volker Oppitz hatte zuvor zu dem Kontrakt mit Goldgas gemeint: "Es gibt derzeit einen wichtigen Vertrag, und wir gehen davon aus, dass er von beiden Seiten erfüllt wird."
Direkt nach den Vorfällen in Dortmund hatte bereits Hauptsonsor Veolia mit Rückzug gedroht. Das Entsorgungsunternehmen, das erst kürzlich bei Hansa Rostock ausgestiegen war, hatte den Klub zum Verfassen eines Konzeptes aufgefordert, das beschreibt, wie Ausschreitungen und die damit verbundenen Negativ-Schlagzeilen in Zukunft verhindert werden könnten. "Das ist richtig. Der Verein hat auch darauf regaiert", sagte Dynamos Sprecher Henry Buschmann am Dienstag. Das Unternehmen prüft derzeit wohl das Konzept.
Beim Pokalspiel der zweiten Hauptrunde in Dortmund hatten Dresdner Anhänger rund um das Spiel schwer randaliert und zwei Polizisten verletzt. Insgesamt wurden an dem Abend 15 Personen festgenommen.
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