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Große Erleichterung bei Spielern, Funktionären und Fans
FC Bayern beerdigt das Dortmund-Trauma
DFB-Pokal 12/13: Bayern bejubeln Sieg gegen Dortmund
DFB-Pokal 12/13: Bayern bejubeln Sieg gegen Dortmund FOTO: dpa, Marc Müller
Düsseldorf. Noch nie wurde der Einzug in das Halbfinale des DFB-Pokals beim FC Bayern so gefeiert wie am Mittwochabend. Spieler, Funktionäre und Fans waren erleichtert. Sie waren erleichtert, dass die gute Leistung gegen Borussia Dortmund belohnt wurde und freuten sich, es allen gezeigt zu haben: Bayern kann auch Dortmund. Von Denis Canalp

Matchwinner Arjen Robben sank nach dem finalen Pfiff von Schiedsrichter knut Kircher zu Boden, ballte die Fäuste und bearbeitete den Rasen in München mit Faustschlägen, Trainer Jupp Heynckes, nicht gerade bekannt für Gefühlsausbrüche, jubelte überschwänglich am Spielfeldrand, der grippegeplagte Präsident Uli Hoeneß wirkte plötzlich wieder vollständig genesen, stand mit stolz geschwellter Brust auf der Tribüne und hätte am liebsten die ganze Welt umarmt.

Die Mannschaft stimmte nach dem Sieg über Dortmund gemeinsam mit Maskottchen Bernie in der Kurve die Welle mit den euphorisierten Fans an. So in etwa hätte man sich die Arena in München im Mai nach dem gewonnen Champions-League-Finale im Mai gegen Chelsea vorgestellt, doch das ging ja bekanntlich schief. Zwei Jahre voller schwarz-gelber Demütigungen und Enttäuschungen wichen in diesem Moment der bajuwarischen Glückseligkeit.

Feiertag für Hoeneß

Hoeneß hatte lange auf diesen Moment gewartet. Die Negativserie gegen Dortmund fühlte sich für den Bayern-Macher noch viel länger an. Für Hoeneß wurde so der 27. Februar zum Feiertag. "Die Verhältnisse im deutschen Fußball sind eindeutig wieder geklärt", stellte er zufrieden fest und strahlte dabei so sehr, dass man sich die Kosten für die Innenbeleuchtung in der Arena hätte sparen können.

Seine Bayern hatten zuvor eine starke Leistung geboten, Dortmund nach einer Abtastphase unter Druck gesetzt, sich so das Traumtor von Arjen Robben und den 1:0-Erfolg über den BVB verdient. Heynckes nannte seine Mannschaft "wahnsinnig gierig und aggressiv" und meinte das durchaus positiv. Man sehe, "dass wir unbedingt gewinnen wollen", ergänzte Bastian Schweinsteiger, der sich einmal mehr zur spielbestimmenden Figur aufschwang und den Rhythmus im Bayern-Spiel eindrucksvoll bestimmte und gleichzeitig jeden Zweikampf so intensiv bestritt als sei es der letzte seiner Karriere: "Wenn wir das abrufen, was wir können, dann gibt es kaum eine bessere Mannschaft."

Schweinsteiger antwortet Kritikern

Ganz nebenbei gab er seinen berühmten Kritikern Günter Netzer und Olaf Thon die passende Antwort. Beide hatten nach dem Länderspiel gegen Frankreich, bei dem Schweinsteiger fehlte und sein Dortmunder Pendant Ilkay Gündogan groß auftrumpfte, gemutmaßt, dass Gündogan ihm in der Nationalelf den Rang ablaufe würde und Schweinsteigers Zeit bald abgelaufen sei.

"Basti war der beste Mann auf dem Platz. Er ist ein Stratege und gibt bei uns den Takt vor", sagte Heynckes und lobte einmal mehr seinen Lieblingsschützling in höchsten Tönen. Auch Sport-Vorstand Matthias Sammer sah eine "Weltklasse-Leistung. Er war unglaublich aktiv. Er hatte eine Ausstrahlung, die gezeigt hat: an mir kommt keiner vorbei." Der Gefeierte ließ es sich nicht nehmen, seinen Kritikern auch verbal zu antworten: "Ich habe viele Querpässe gespielt und nicht den Weg nach vorne gesucht. Deswegen war es gut." Die Kritik hatte ihn getroffen, doch im direkten Duell mit Gündogan gab er die richtigen Antworten auf dem Platz. Und danach darf man auch mal ausgiebig feiern.

Quelle: can
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