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Pokalkracher
Wolfsburg hat keine Angst vor den Rekord-Bayern

Fotos: Bayern - Wolfsburg: Die vergangenen Duelle
Fotos: Bayern - Wolfsburg: Die vergangenen Duelle FOTO: dpa, geb fdt
Wolfsburg/München. In den letzten drei Jahren standen der VfL Wolfsburg und Bayern München im DFB-Pokal mindestens immer im Halbfinale – nun kommt für eines der Spitzenteams schon in Runde zwei das Aus.

Der VfL Wolfsburg kämpft um seine letzte Titelchance, für Bayern München soll der Traum vom Triple nicht frühzeitig platzen: Das vorweggenommene Finale zwischen dem Pokalsieger und dem Meister am Dienstag in Wolfsburg (20.30 Uhr/Live-Ticker) ist voller Brisanz, auch wenn der Kracher ungewohnt früh kommt.

"Ich hätte gegen sie lieber erst im Finale gespielt", gestand Wolfsburgs Manager Klaus Allofs dem SID. Für den 58-Jährigen hatte Ski-Rennfahrer Felix Neureuther als Losfee kein glückliches Händchen bewiesen: "Wenn entweder der Meister oder der Titelverteidiger in der zweiten Runde ausscheiden muss, ist das schade für den Wettbewerb."

"Das ist wie ein Finale", meinte indes Pep Guardiola. Der Bayern-Coach wollte auch angesichts des Top-Duells keine Fragen mehr zu seiner Person beantworten. "Wolfsburg ist wichtiger", sagte der Spanier und entgegnete Fragen zu seinem im Sommer auslaufenden Vertrag mit den Worten: "Ich werde darauf nicht antworten. Ich habe keinen Bock mehr darauf."

Die letzten Duelle der beiden Top-Teams hatten es in sich. Wolfsburg triumphierte im Supercup, die Bayern überragten in der Liga und gewannen vor vier Wochen 5:1. Alle Tore erzielte Robert Lewandowski - innerhalb von neun Minuten. "Das Thema ist noch präsent, aber nicht im negativen Sinne. Wir haben deshalb keine schlaflosen Nächte", sagte Allofs. Die Abwehrspieler wüsste jetzt aber, "wie sie es besser machen können".

In den letzten drei Jahren erreichten beide Teams immer das Halbfinale, nun soll für eine Mannschaft schon in Runde zwei Schluss sein. Ein komisches Gefühl. Und Wolfsburg müsste im Falle einer Niederlage wohl auch alle Hoffnungen auf einen Titel begraben, denn in der Champions League und in der Meisterschaft scheinen die Trauben in dieser Spielzeit zu hoch zu hängen. "Wir brauchen natürlich einen Sahnetag. Aber wir wollen siegen und weiterkommen", sagte Trainer Dieter Hecking.

Favorit sind die Rekord-Bayern, die in der Liga am Wochenende gegen Köln ihren 1000. Sieg feierten und mit Abstand die Tabelle anführen. Ein Aus darf sich die Elf von Guardiola jedoch nicht erlauben, auch wenn der Coach die Bedeutung herunterschraubte. "Wenn wir das Triple verlieren, tut es mir leid, aber dann wird Bayern München es im nächsten Jahr noch einmal probieren. Für mich ist das Triple - pff!" Letztmals scheiterte der Rekordmeister im Jahr 2000 in der 2. Pokalrunde, als man beim 1. FC Magdeburg im Elfmeterschießen unterlag.

Bei die Bayern blieb fraglich, ob Robben wieder von Beginn an aufläuft. "Er kennt seinen Körper am besten und weiß, wann er fit ist", sagte sein Coach. Beim VfL dürfte Daniel Caligiuri nach seinem Siegtor gegen Darmstadt wieder in der Startelf stehen. Für die Niedersachsen war die 2. Runde letztmals 2011 Endstation, als man bei RB Leipzig 2:3 unterlag.

Die "Wölfe" siegten zuletzt dreimal in Folge und sorgten in der VW-Krise für einige Lichtblicke in Wolfsburg. "Fußball-Mannschaften sind auch dafür da, den Menschen in ihren Städten Freude und Selbstvertrauen zu geben", meinte Allofs. Ob auch der neue VW-Chef Matthias Müller wie gegen die PSV Eindhoven in der Champions League am Dienstag wieder auf der Tribüne sitzt, wusste Allofs nicht: "Das hängt sicher von seiner Terminlage ab."

(ems/sid)
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