Cup-Triumph dank drei Tore des Tschechen: Gladbacher Sverkos reißt VfB aus allen Träumen
zuletzt aktualisiert: 03.12.2003 - 09:33Mönchengladbach (rpo). Sternstunde für einen 20-Jährigen: Václav Sverkos hat die lange Erfolgsserie des VfB Stuttgart beendet und Borussia Mönchengladbach mit drei Toren ins Pokal-Viertelfinale geschossen.
Mit seinem "Dreierpack" in der 48., 54. und 71. Minute ebnete der tschechische Jungstar seiner Mannschaft am Dienstagabend im 50. DFB-Pokalheimspiel der Club-Geschichte den Weg zum verdienten 4:2 (0:1) über den VfB. Arie van Lent (74.) rundete den ersten Gladbacher Erfolg über die Schwaben seit achteinhalb Jahren ab. Vor 22 600 Zuschauern am altehrwürdigen Bökelberg trafen Kevin Kuranyi (42.) und Imre Szabics (60.) im spannenden Duell der dreimaligen Pokalsieger für den VfB, der die erste nationale Pflichtspiel-Niederlage seit dem 17. Mai hinnehmen musste.
Die auf vier Positionen veränderten Schwaben bestimmten anfangs das Geschehen. Kuranyi (4.) bot sich die erste Gelegenheit, doch der Nationalspieler scheiterte an Torhüter Jörg Stiel. Das Spiel der ohne Igor Demo und van Lent (beide zur Schonung auf der Bank) sowie Pascal Ojigwe und Sladjan Asanin (verletzt) angetretenen Borussen kam erst nach gut 20 Minuten in Schwung. Und prompt ergaben sich gute Chancen: Erst wehrte Horst Heldt einen Kopfball von Jeff Strasser auf der Linie ab (22.), dann hätte Kuranyi fast ein Eigentor produziert - seine verunglückte Kopfball-Abwehr strich knapp am Tor vorbei (30.).
Überraschend fiel dann das 0:1. Nach guter Vorarbeit von Szabics war Kuranyi nun auf der richtigen Seite per Kopf zur Stelle. Ivo Ulich, der zuvor schon an dem wie immer im laufenden Cup-Wettbewerb für Stammkeeper Timo Hildebrand aufgebotenen Dirk Heinen gescheitert war (35.), hatte kurz vor dem Pausenpfiff den Ausgleich auf dem Stiefel, doch sein 16-m-Schuss klatschte an die Latte (45.).
Nach Wiederanpfiff glückte Gladbach ein Doppelschlag, als Sverkos nach glänzendem Zuspiel von Kolkka bzw. Korzynietz Heinen die ersten Pokal-Gegentore einschenkte. Felix Magaths Team aber blieb zunächst unbeeindruckt und schlug noch einmal zurück: Szabics egalisierte nach schöner Einzel-Leistung gekonnt. Der 20 Jahre alte tschechische U 21- Nationalspieler Sverkos und der kurz danach für ihn doch noch eingewechselte van Lent besiegelten dann aber den K.o. des VfB, der gegen Ende der Partie zwar voll, aber erfolglos auf Offensive setzte.
Mönchengladbach: Stiel - Korzynietz, Obradovic, Strasser, Carnell (83. Schulz-Winge) - Kluge, Gaede, Ulich, Kolkka (77. Ketelaer) - van Hout, Sverkos (72. van Lent)
Stuttgart: Heinen - Hinkel (77. Centurion), Meira, Wenzel, Gerber - Soldo - Tiffert, Heldt (77. Cacau), Hleb (46. Meißner) - Kuranyi, Szabics
Schiedsrichter: Meyer (Burgdorf)
Tore: 0:1 Kuranyi (42.), 1:1 Sverkos (48.), 2:1 Sverkos (54.), 2:2 Szabics (60.), 3:2 Sverkos (71.), 4:2 van Lent (74.)
Zuschauer: 22.600
Beste Spieler: Sverkos, Korzynietz, Kluge - Szabics, Kuranyi
Rote Karten: keine
Gelb-Rote Karten: keine
Gelbe Karten: Carnell, Stiel - Gerber, Szabics, Cacau, Centurion, Soldo
Trainer Holger Fach (Borussia Mönchengladbach): "Wir haben ein sehr schönes Spiel gesehen. Mit der ersten Halbzeit war ich nicht zufrieden, da haben wir zu ängstlich gespielt. Aber der VfB hat nicht so souverän gespielt. Es war klar, dass sie Probleme bekommen, wenn wir ein Tor machen, und so ist es auch gekommen. Dass Vaclav drei Tore macht, ist Wahnsinn."
Trainer Felix Magath (VfB Stuttgart): "Dass wir verloren haben, ist schade, denn auch hier wäre mehr drin gewesen. Ich hätte gerne mal Berlin gesehen, aber so schauen wir uns das Ganze eben im Fernsehen an. Die gute Seite ist, dass wir uns nun auf die Bundesliga und die Champions League konzentrieren können."
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