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DFB-Pokal
Berlin sehnt sich nach dem Heim-Endspiel

Porträt: Hertha-Trainer, Ungarn-Trainer, Rekordspieler
Porträt: Hertha-Trainer, Ungarn-Trainer, Rekordspieler FOTO: dpa, meh jai
Berlin. Für Hertha BSC bietet sich erstmals seit 1993, als es jedoch "nur" die zweite Mannschaft schaffte, die Chance auf den Einzug ins Finale in der Heimat. Von Martin Beils

Jogi Löw war da und durfte sich anhören, wie Moderator Bill Murray ihm das Lied von Yogibär vorsang. Die spanische Fraktion war mit Raul und Carles Puyol vertreten. Jordi Cruyff nahm im Namen seines kürzlich verstorbenen Vaters Johan einen Ehrenpreis entgegen. Und der neue DFB-Präsident Reinhard Grindel netzwerkte bei Wein und Sushi auf der After-Show-Party. Der Fußball war prominent vertreten, als am Montagabend auf dem Messegelände die Laureus-Auszeichnungen ihre Besitzer fanden.

Der große Fußball macht ja gern in Berlin Station. Mit dem WM-Finale 2006, dem Champions-League-Endspiel 2015 und dem DFB-Pokalfinale, das jedes Jahr im Mai ein Feiertag ist. Am größten örtlichen Klub, der Hertha, ist dieses Endspiel fast immer vorbei gegangen. Nur 1993 war sie mal dabei. Allerdings durch die Amateure, die mit 0:1 gegen Bayer Leverkusen unterlagen. Heute nun bietet sich den Profis die Möglichkeit, dieses Heimspiel zu erreichen. Sie empfangen Borussia Dortmund im Olympiastadion (20.30 Uhr/Live-Ticker).

Ein Fußballtrainer redet viel, wenn die Saison lang ist. Diese Saison ist schon sehr lang. Und Pal Dardai hat schon viel - mit seinem netten ungarischen Akzent - geredet. Hängengeblieben ist ein Satz aus der Vorbereitung, dessen Bedeutung nie größer war als heute Abend: "Wir wollen ins Endspiel."

Fotos: Dardai und Hecking geraten an der Seitenlinie aneinander FOTO: Screenshot Sky

Dardai sitzt am MIttwoch zum 50. Mal in einem Pflichtspiel auf der Berliner Trainerbank. Bislang schreibt er eine Erfolgsgeschichte. Der Pokal ist das eine, das Abschneiden in der Bundesliga ist das andere, noch überraschendere Kapitel. Doch die Hertha befindet sich im Abwärtstrend: Das 1:2 in Hoffenheim war das dritte Spiel ohne Sieg in der Liga, neun Tore kassierte sie in den 270 Minuten und holte nur einen Punkt. In der Tabelle fiel das Team von Rang drei auf Platz vier zurück.

Doch an der Zuversicht vor dem Pokalspiel hat das nichts geändert. Am Marathontor baut die Stadionverwaltung eine Zusatztribüne auf, so dass das Fassungsvermögen auf 77.000 Zuschauer gesteigert werden konnte. Und in der Stadt weisen Plakate auf das Halbfinale hin. Auf einer Landkarte, die dort abgebildet ist, verwechseln die Grafiker Herne und Gelsenkirchen, auch einen Berliner Stadtbezirk schneiden sie falsch zu. Perfektion war noch nie eine Stärke der Hauptstadt.

Fotos: Maskenmann Ibisevic spielt trotz Kieferhöhlen-Fraktur FOTO: ap
Quelle: RP
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