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DFB-Pokal: Holpriger Start für die Bayern

zuletzt aktualisiert: 11.08.2008 - 12:59

Erfurt (RPO). Mit einer Glanzleistung ist Bayern München nun wahrlich nicht in den DFB-Pokal gestartet. Allerdings hat der Fußball-Rekordpokalsieger trotz einer katastrophalen Abwehrleistung beim Pflichtspiel-Debüt von Jürgen Klinsmann eine Blamage verhindert.

Die Bayern zogen zwar nach einem schmeichelhaften 4:3 (2:1)-Erfolg bei Drittligist Rot-Weiß Erfurt als 18. Erstligist in die zweite DFB-Pokal-Runde ein, müssen sich vor dem Bundesliga-Saisonauftakt am kommenden Freitag gegen den Hamburger SV aber noch gewaltig steigern. Das erlösende Siegtor für die Bayern erzielte Toni Kroos in der 80. Minute.

"Wenn man 4:3 gewinnt, muss man zufrieden sein. Aber mit dem Spiel insgesamt kann man nicht zufrieden sein. Und auch über die Fehler bei den Gegentoren muss man diskutieren. Gegen Hamburg müssen wir nächste Woche ganz anders auftreten", erklärte der neue Bayern-Kapitän Mark van Bommel nach dem Abpfiff.

Vor 24.500 Zuschauern im Erfurter Steigerwaldstadion hatte Philipp Lahm (6.) zunächst für die Führung der Bayern gesorgt. Der starke Erfurter Angreifer Massimo Cannizzaro erzielte in der 22. Minute den ersten Ausgleich (22.), ehe zwei Minuten später Lukas Podolski zum 2:1 traf. Kurz nach Wiederanpfiff nutzte dann der erst zur Halbzeit eingewechselte Albert Bunjaku einen Patzer der Bayern-Defensive zum 2:2 (47.). Miroslav Klose sorgte in der 57. Minute für die erneute Bayern-Führung, wiederum nur zehn Minuten danach stand es durch Bunjakus zweiten Treffer 3:3.

Beim ersten Pflichtspiel unter Klinsmann blieben die Bayern wie schon zuletzt beim 0:1 gegen Inter Mailand weit hinter den Erwartungen zurück. Auch die Treffer durch Lahm und Podolski brachten keine Sicherheit in das Spiel des Rekordmeisters. Vor allem die Innenverteidigung mit Daniel van Buyten und dem Brasilianer Lucio wirkte gegen die wendigen Erfurter Angreifer oftmals indisponiert. Auch Michael Rensing strahlte im Bayern-Tor nicht die notwendige Ruhe aus.

Dabei hatte der 14-malige Pokalsieger einen Start nach Maß erwischt. Nach einem feinen Doppelpass mit Jungstar Kroos, der den Ball zurück auf Lahm über die Erfurter Defensive hob, umkurvte der EM-Teilnehmer Rot-Weiß-Keeper Dirk Orlishausen und schloss souverän zum 1:0 ab. Danach ließen es die Gäste aber zu locker angehen und hatten in dieser Phase zweimal großes Glück. Erst parierte Rensing einen Schuss von Cannizzaro (11.). Nur 60 Sekunden später hatten die Erfurter Fans erneut den Torschrei auf den Lippen, doch der abgefälschte Schuss von Cannizzaro sprang vom Innenpfosten zurück ins Spielfeld, ehe der Angreifer dann doch den Ausgleich erzielte.

Zwei Minuten später wurde es hektisch. Podolski erzielte nach Vorlage von Hamit Altintop die 2:1-Führung, doch Schiri-Assistent Matthias Anklam hatte nach dem Tor die Fahne wegen Miroslav Kloses passiver Abseitsstellung gehoben und die Gastgeber damit irritiert. Schiedsrichter Florian Meyer (Burgdorf) gab dann aber nach kurzer Rücksprache mit Anklam das Tor. "Ich glaube, das Tor war abseits", meinte Erfurts Präsident Rolf Rombach.

Im zweiten Abschnitt ging es dann drunter und drüber. Die Münchner verloren völlig ihre Linie und gewannen trotz der erneuten Führung durch Klose keine Kontrolle mehr über die Partie. Auch nach dem 3:4 durch Kroos, der nach einer tollen Parade von Orlishausen zur Stelle war, gaben die tapferen Erfurter nicht auf und wurden von ihren Fans gefeiert.

Dass die Bayern eine derart schwache Leistung zeigten, lag allerdings auch daran, dass neun Stammkräfte nicht zur Verfügung standen. Luca Toni, Franck Ribery, Martin Demichelis, Willy Sagnol, Marcell Jansen, Hans Jörg Butt und Tim Borowski fehlten in Erfurt verletzungsbedingt, der Argentinier Josi Ernesto Sosa und der Brasilianer Breno waren wegen ihrer Teilnahme an den Olympischen Spielen nicht einsatzbereit. In Erfurt füllte Klinsmann seinen Kader daher mit Deniz Yilmaz, Thomas Müller und Holger Badstuber aus der zweiten Mannschaft auf.

Beste Spieler auf Seiten der Münchner waren mit Abstrichen Lahm und Kroos. Beim Drittligisten gefielen insbesondere Cannizzaro und Bunjaku.

Quelle: sid

 
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