Krawalle in Frankfurt: Hooligans wüten – acht verletzte Polizisten
zuletzt aktualisiert: 27.10.2011 - 15:21Frankfurt/Main (RPO). Mindestens acht verletzte Polizisten, mindestens acht Festnahmen und mindestens ein Schwerverletzter: Die Krawalle vor, während und nach dem DFB-Pokalspiel zwischen Fußball-Zweitligist Eintracht Frankfurt und Bundesligist 1. FC Kaiserslautern (0:1 n.V.) sind einmal mehr eskaliert.
Hooligans hatten bereits auf dem Weg zum Stadion mit Flaschen, Böllern und Steinen geworfen und die direkte Konfrontation mit der Polizei gesucht.
Fan vor Zug gestoßen
Zudem wurde am Bahnhof ein Fan auf noch ungeklärte Weise vor einen einfahrenden Zug gestoßen. Der Mann kam mit schweren Verletzungen in ein Frankfurter Krankenhaus. Wie viele Anhänger insgesamt verletzt wurden, war am Donnerstag zunächst noch unklar. Bereits am Dienstag war es beim Spiel zwischen Borussia Dortmund und Dynamo Dresden zu heftigen Ausschreitungen gekommen. 15 Rowdys von Dynamo wurden inhaftiert, zwei Polizisten verletzt.
"Die Entwicklung ist erschreckend. Mit verbaler Gewalt wie Hassgesängen fängt es an, geht weiter über den gefährlichen Pyro-Einsatz bis zu direkter Gewalt. Man kann das Problem nicht allein Polizei überlassen", sagte DFB-Boss Theo Zwanziger der "Bild".
Ligaverbands-Präsident Reinhard Rauball betonte: "Wir streuen uns Sand in die Augen, wenn wir lediglich von 'ein paar Idioten' sprechen. Die gewaltbereite Szene ist deutlich höher als bislang angenommen. Bei der Bestrafung der notorischen Krawallmacher werde ich zusammen mit Dr. Zwanziger das Gespräch mit allen Generalstaatsanwälten suchen. Wir lassen uns den Fußball nicht kaputt machen."
Pyrotechnik und Gewalt
In Frankfurt drohte die Sicherheitslage bei dem brisanten Südwest-Derby frühzeitig aus dem Ruder zu laufen: Nachdem im Block 20 FCK-Fans in der ersten Spielminute Pyrotechnik abgebrannt und anschließend einen Ordner tätlich angegriffen hatten, marschierten 50 Polizisten auf. Die Beamten konnten die Lage im Stadion zunächst beruhigen, ehe die Lauterer Anhänger Mitte der zweiten Halbzeit ein weiteres Feuerwerk in ihrem Block zündeten.
Schon unmittelbar vor Anpfiff der Partie war es rund um die Frankfurter Arena erneut zu heftigen Ausschreitungen zwischen Fans beider Teams sowie der Polizei gekommen. Bereits im Laufe der Woche hatten Eintracht-Ultras in einem Internet-Blog die Lauterer als "Schweine aus der Pfalz" verunglimpft und damit erneute Krawalle provoziert. Frankfurts Vorstandschef Heribert Bruchhagen hatte noch am Dienstag an die Vernunft der Fans appelliert, aber offenbar einmal mehr nichts damit erreicht.
Wegen Vorfällen beim Heimspiel gegen Hansa Rostock am 16. September sowie beim Auswärtsspiel gegen Dynamo Dresden am 26. September wurde die Eintracht am Donnerstag vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zu einer Geldstrafe von 20.000 Euro verurteilt. Beim Spiel gegen Rostock hatten die Gästefans über mehrere Minuten massiv Pyrotechnik abgebrannt, darunter auch Leuchtraketen. In Dresden hatten Eintracht-Anhänger zu Spielbeginn ein Banner mit der Aufschrift "Bomben auf Dynamo" hochgehalten.
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