Fieser Tritt im DFB-Pokal: Jones droht monatelange Sperre
zuletzt aktualisiert: 23.12.2011 - 15:01Düsseldorf (RPO). Jermaine Jones droht nach seinem Tritt gegen Marco Reus eine empfindliche Sperre - die nicht nur auf den DFB-Pokal beschränkt sein muss. Das belegt die Rechts- und Verfahrensordnung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).
Der Kontrollausschuss des DFB hat am Donnerstag ein Ermittlungsverfahren gegen Jones wegen "Tätlichkeit gegen den Gegner in der Form des krass sportwidrigen Verhaltens" eingeleitet. Darauf steht eine Sperre von sechs Wochen bis sechs Monaten. Da Jones nicht provoziert wurde und auch kein "leichterer Fall" oder Milderungsgründe vorliegen dürften, kommt das mögliche verminderte Strafmaß von einer mindestens zwei wöchigen Sperre nicht in Frage.
In Paragraph 8 ("Strafe gegen Spieler in einzelnen Fällen") unter Punkt 5 heißt es: "Eine Strafandrohung von einer Woche entspricht einer Sperre für ein Pflichtspiel. Pflichtspiele sind Spiele des Wettbewerbs, in dem die Tat begangen worden ist. Bei schwerwiegenden Sportverfehlungen ist die Sperre für Pflichtspiele in allen Wettbewerben des DFB und seiner Mitgliedsverbände und für Freundschaftsspiele auszusprechen."
Doch selbst für Wiederholungstäter Jones - nachdem er, damals noch im Trikot von Eintracht Frankfurt, Valerien Ismael (Bayern München) im September 2005 auf den Arm getreten hatte, wurde er nach Ansicht der TV-Bilder für drei Spiele gesperrt - dürfte die Höchststrafe nicht in Frage kommen. Unter Punkt 6 heißt es: "In schweren Fällen kann neben der Sperre auch die Lizenz entzogen oder eine Sperre auf Dauer ausgesprochen werden."
Strafanzeigen wegen Körperverletzung
Bei der Staatsanwaltschaft Mönchengladbach gingen zudem mehrere Strafanzeigen wegen Körperverletzung beziehungsweise schwerer Körperverletzung ein. Eine entsprechende Meldung von Sport1.de bestätigte Staatsanwalt Lothar Gathen.
"Bis Freitagmorgen lagen vier Anzeigen vor. Wir verschaffen uns jetzt erst mal mit Hilfe der TV-Bilder einen Überblick, dann werden wir mehrere Dinge überprüfen, unter anderem, ob ein öffentliches Interesse besteht", sagte Gathen: "Zunächst ist dies eine Sache der Sportgerichte."
Jones hatte Reus im Achtelfinal-Spiel des DFB-Pokals der Schalker bei Borussia Mönchengladbach (1:3) am Mittwochabend absichtlich auf den bereits lädierten linken Fuß getreten.
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