Kommentar: Jones hat eine Grenze übertreten
VON ROBERT PETERS - zuletzt aktualisiert: 23.12.2011 - 07:00Mönchengladbach (RP). Es hat auf Fußballplätzen schon allerlei ungehörige Attacken gegeben. Zumindest im Profifußball sind die meisten auch irgendwann geahndet worden, weil beinahe allgegenwärtige Kameras dokumentieren, was hinter dem Rücken der Schiedsrichter vorgeht.
Der Tritt von Jermaine Jones eröffnet aber eine neue Dimension der Tätlichkeit. Waren bislang Schläge oder Tritte in der Regel die Fortsetzung hitziger Zweikämpfe und in irgendeiner Form an den Verlauf einer Begegnung gebunden, entschloss sich der Schalker Mittelfeldspieler zu einer vorsätzlichen Körperverletzung.
Weil es sich auch bis Gelsenkirchen herumgesprochen hat, dass der Mönchengladbacher Nationalspieler Marco Reus immer noch unter den Folgen eines Bruchs des linken kleinen Zehs leidet, stieg ihm der Schalker in aller Bösartigkeit auf den verletzten Fuß.
Das ist eine Sauerei, die niemand mit dem Verweis auf die besonderen Gesetze des Behauptungskampfs im Profifußball entschuldigen kann. Jones hat nicht nur eine sportliche Regel verletzt, er hat eine moralische Grenze übertreten.
Dafür ist eine empfindliche Strafe fällig – ausnahmsweise auch mal wegen der Vorbildfunktion, die Profis haben.
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