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Bayern verpasst das Triple
Guardiola reicht nicht an Heynckes heran

Josep Guardiola reicht nicht an Jupp Heynckes heran
FOTO: dpa, kne nic
Meinung | Düsseldorf. Der lange Schatten seines Vorgängers begleitet Pep Guardiola, seit er sein Amt als Trainer des FC Bayern München vor bald zwei Jahren angetreten hat. Jupp Heynckes, der nächste Woche seinen 70. Geburtstag feiert, hat Maßstäbe gesetzt, als er die Münchner zum Abschluss seiner dritten Periode dort zu den Titeln in Champions League, Meisterschaft und DFB-Pokal geführt hat. Von Martin Beils

"Hier zählt nur das Triple", hatte Guardiola kürzlich gesagt, als nach dem schwachen Auftritt im Hinspiel beim FC Porto die Teilnahme am Halbfinale der Champions League in Gefahr geraten war. Genau so ist es. Die im Schnelldurchgang errungen Meistertitel 24 und 25 sind nichts, was bei den Bayern nachhaltig Spuren in der Vereinshistorie hinterlässt. Es geht vornehmlich um die Champions League und begleitend dazu um die Fülle von Titeln. In der vergangenen Saison scheiterten die Guardiola-Bayern sang- und klanglos im Semifinale der Königsklasse an Real Madrid, jetzt rutschten sie in der Vorschlussrunde des Pokals gegen Borussia Dortmund aus. Ein Jahr läuft der Vertrag des Katalanen in München noch. Noch einmal wird er versuchen, an das große Heynckes-Spieljahr 2012/13 anzuknüpfen.

Reaktionen: "Das kann man nicht erklären"

Der DFB-Pokal galt vor ein paar Jahren noch als Stiefkind unter den Wettbewerben. Die Reaktionen nach dem Halbfinale – die grenzenlose Freude bei den Dortmundern, die Enttäuschung bei den Münchnern – zeigen auch, wie wichtig den Profis die Reise zum Finale nach Berlin ist bzw. wäre. Für die Münchner aber hat der Cup vor allem im Paket mit dem Henkelpott der Champions League und der Salatschüssel der Bundesliga Gewicht.

Dass Guardiola versuchte, das Aus geschäftsmäßig abzuhaken, stand im Kontrast zu seinen Veitstänzen während der Partie. Diese Niederlage, die auch eine gegen seinen Kontrahenten Jürgen Klopp war, schmerzt ihn sehr. Die Münchner haben nur sehr wenige Gelegenheiten im Jahr, sich mit Gegnern auf Augenhöhe zu messen. Die meisten, die in die Allianz-Arena kommen, sind bessere Sparringspartner. Die Dortmunder aber zeigten sich von anderer Klasse – auch wenn die Partie kein Topniveau erreichte. Sie gewannen im Verlauf der Partie an Überzeugung, profitierten von zwei dramatisch falschen Schiedsrichterentscheidungen und hatten im Elfmeterschießen viel Glück.

Pressestimmen: "BVB eliminiert Bayern" FOTO: qvist /Shutterstock.com/Retusche RPO
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