Regionalligist nach 3:2 im Viertelfinale: Pokalschreck Hoffenheim blamiert Bayer
zuletzt aktualisiert: 02.12.2003 - 21:35Hoffenheim (rpo). Die Amateure der TSG Hoffenheim haben sich wieder einmal als Pokalschreck erwiesen und Bayer Leverkusen bis auf die Knochen blamiert.
Der Bundesliga-Dritte blamierte sich im Achtelfinale beim Fünften der Regionalliga-Süd mit 2:3 (0:2). Stefan Sieger per Foulelfmeter (7.) und Heiko Throm (30.) hatten die Gastgeber vor 6400 Zuschauern im ausverkauften Dietmar- Hopp-Stadion in Führung gebracht, bevor der Brasilianer Lucio (55.) und Dimitar Berbatow (67.) den Favoriten wieder heranbrachten. Die Entscheidung besorgte der eingewechselte Kai Herdling (77.). In den ersten beiden Runden hatte die TSG die Zweitligisten Eintracht Trier und Karlsruher SC ausgeschaltet.
Ein Klassenunterschied zwischen beiden Teams war von Beginn an nicht zu erkennen. Mit dem Selbstbewusstsein von zwei Pokalüberraschungen machten die Gastgeber vom Anpfiff weg mächtig Dampf und erwischten den klaren Favoriten bereits nach wenigen Minuten eiskalt. Der eigentlich für die Oberliga-Mannschaft der TSG spielende Throm marschierte in den Strafraum, der für den an der Wade verletzten Carsten Ramelow in die Anfangself gekommene Hanno Balitsch wusste sich nur noch mit einem Foul zu helfen. Den fälligen Strafstoß verwandelte Mittelfeldmann Sieger sicher.
Wer geglaubt hatte, der Drittligist würde sich nun tief in die eigene Hälfte zurückziehen und auf Konter warten, sah sich gründlich getäuscht. Immer wieder angetrieben von dem enorm auffälligen Throm brachten die Nordbadener die zu statisch agierenden Gäste immer wieder in Bedrängnis. Throm war es auch, der mit der "Coolness" eines abgezockten Profis Jörg Butt zum 2:0 überwand. Nach einem Steilpass von Spielmacher Thomas Ollhoff ließ der 24-Jährige dem Bayer-Keeper keine Chance.
Kurz nach dem Wechsel stockte den Verantwortlichen auf der Leverkusener Bank noch einmal der Atem, als der eingewechselte Herdling nur um Haaresbreite an einer Hereingabe von Ollhoff vorbei rutschte und damit die vorzeitige Entscheidung verpasste. Erst nach dieser weiteren Schrecksekunde zeigte das Augenthaler-Team dann doch noch mehr Einsatzwillen und nahm mehr und mehr das Heft in die Hand. Nach den Toren von Lucio (55.) und Berbatow (67.) dominierte Bayer eindeutig die Partie und es schien nur noch eine Frage der Zeit, bis die Gäste das entscheidende Tor erzielen. Doch mitten in diese Leverkusener Drangperiode herein gelang Hoffenheim ein Konter, den Herdling zum 3:2 abschloss.
Hoffenheim: Hillenbrand - Thee, Marcel Throm, Daub, Müller (74. Theres) - Bindnagel, Sieger, Böttjer - Ollhoff - Möckel, Heiko Throm (51. Herdling)
Leverkusen: Butt - Juan, Lucio, Nowotny, Placente - Balitsch - Bierofka, Schneider, Babic (46. Neuville) - Berbatow, Franca
Schiedsrichter: Brych (München)
Tore: 1:0 Sieger (7., Foulelfmeter), 2:0 Heiko Throm (30.), 2: 1 Lucio (54.), 2:2 Berbatow (67.), 3:2 Herdling (77.)
Zuschauer: 6500 (ausverkauft)
Beste Spieler: Sieger, Heiko Throm - Neuville
Rote Karten: keine
Gelb-Rote Karten: keine
Gelbe Karten: Thee - Franca
STIMMEN ZUM SPIEL:
Hansi Flick (TSG Hoffenheim): "Meine Spieler haben heute genau das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Unsere schnellen Konter waren erfolgreich. Dass wir nach dem 2:2 noch einmal zurückgeschlagen haben, zeigt unsere große Moral und Frechheit."
Klaus Augenthaler (Bayer Leverkusen): "Wir haben heute unterirdisch gespielt. Lediglich in der zweiten Halbzeit sind meine Spieler teilweise aufgewacht. Ich habe meine Mannschaft gewarnt, aber wenn sie meint, mit angezogener Handbremse spielen zu können, dann hat sie sich getäuscht. Vielleicht geht es einigen hier schon wieder zu gut."
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