| 16.20 Uhr

Leipzig verliert im Elfmeterschießen
In Gulacsis Heldengeschichte fehlt das letzte Kapitel

RB Leipzig: Peter Gulasci - der verhinderte Held gegen den FC Bayern
Peter Gulacsi entschärfte zahlreiche Großchancen der Bayern. FOTO: dpa, jai
Düsseldorf/Leipzig. Der Leipziger Torwart Peter Gulacsi ist im Pokalspiel gegen den FC Bayern der überragende Mann. Dank seiner Leistung rettet sich RB Leipzig trotz Unterzahl ins Elfmeterschießen. Doch dort wird ein anderer Keeper zum Matchwinner. Von Antje Rehse

Nach 120 packenden Minuten musste Gulasci mit ansehen, wie Sven Ulreich den entscheidenden Elfmeter von Timo Werner hielt und mit seinen Teamkollegen den Einzug ins Achtelfinale feiern durfte. Gulasci hatte im Elfmeterschießen keine Hand an den Ball bekommen, dennoch wurde er als "Man of the Match" ausgezeichnet. Völlig zurecht, denn der Ungar hatte zuvor einige hochkarätige Chancen zunichte gemacht, im Elfmeterschießen war er schlicht und einfach machtlos.

"Als Torwart will man mindestens einen Elfmeter halten. Aber ich muss sagen: Die waren richtig gut geschossen", sagte Gulacsi nach dem Spiel. Bei vier von fünf Elfmetern hatte er die richtige Ecke geahnt, aber dennoch keine Chance gehabt. "Das zeigt die Qualität der Bayern. Sie haben fünf Elfmeter genau neben den Pfosten geschossen. Ich kann mich ärgern, aber brauche ich nicht."

Von Liverpool über Salzburg nach Leipzig

Gulacsi ist keiner, der es gewohnt ist, im Mittelpunkt zu stehen. In Leipzig bestreitet er seine dritte Saison und hat sich als Nummer eins festgespielt, ohne viele Schlagzeilen zu produzieren. Und dass, obwohl er beim "kicker" in dieser Saison zusammen mit dem Hoffenheimer Oliver Baumann den besten Notenschnitt aufweist.

So lange wie in Leipzig war er noch bei keinem Klub. Als 17-Jähriger wechselte er zum FC Liverpool, schaffte aber nie den Sprung in die erste Mannschaft. Gulacsi wurde immer wieder verliehen. 2013 wechselte er zu Red Bull Salzburg, um dann 2015 beim Schwesterklub aus Leipzig zu unterschreiben. Dort war er zunächst nur die Nummer zwei, nutzte aber nach der Verletzung von Fabian Coltori im Februar 2016 seine Chance.

Dass ihm Ulreich den Titel als Matchwinner wegschnappte, dürfte Gulacsi weniger schmerzen als die unglückliche Niederlage der Leipziger. Für seine starke Leistung gegen die Bayern wurde er von den Fans mit Sprechchören gefeiert. Auch das ist neu für Gulacsi. 

 
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