Mönchengladbach - Schalke 3:1: Reus beschert Borussia das Viertelfinale
VON ANDRÉ SCHAHIDI - zuletzt aktualisiert: 21.12.2011 - 22:28Mönchengladbach (RPO). Es war nur ein ganz kurzer Pokalfight. 70 Minuten lang hatte Borussia Mönchengladbach den FC Schalke 04 völlig im Griff, sah nach einer 2:0-Führung wie der sichere Sieger aus. Doch die Gäste aus Gelsenkirchen wachten zumindest kurzfristig auf – es war jedoch schon zu spät.
Zwei Tore von Borussias Top-Torjäger Marco Reus reichten am Ende für einen nur vorübergehend gefährdeten 3:1-Sieg gegen am Ende neun Schalker, der gleichbedeutend ist mit dem ersten Viertelfinal-Einzug seit acht Jahren. Es ist die Krönung auf ein unglaubliches Fußball-Jahr der Mönchengladbacher.
Borussia-Trainer Lucien Favre hatte die Gäste vor der Partie als die „aktuell beste Mannschaft der Bundesliga“ bezeichnet. Irgendwie war das aber nicht das Team, das sich gestern Abend im Borussia-Park präsentierte. Schalke zeigte sich nämlich desolat. Schon vor der Pause hätte das Duell entschieden sein können. Passend zum Spiel fiel das 1:0 bereits nach 18 Minuten. Patrick Herrmann spielte einen wunderschönen Pass auf die Außenbahn. Dort stand Reus, der den Ball flach vor das Tor spielte. Den Abwehrversuch des Schalkers Kyriakos Papadopoulos verwandelte Juan Arango mit einem trockenen Flachschuss ins untere Eck.
Keine drei Minuten nach dem Führungstreffer wäre die Partie schon fast vorentschieden gewesen: Roman Neustädter hatte getroffen, doch Schiedsrichter Wolfgang Stark verweigerte dem Treffer die Anerkennung. Mike Hanke hatte im Abseits gestanden, war an der gesamten Szenerie jedoch nicht beteiligt. Eine diskutable Entscheidung.
Während sich Borussia vollends auf die Qualitäten verlassen konnte, die sie bereits die ganze Saison auszeichnen – Defensivstärke, überfallartige Konter und Marco Reus – schien Schalke komplett zu schlafen. Vor allem in der Defensive, die sich in schöner Regelmäßigkeit überlaufen ließ. Nur Jermaine Jones fiel auf, weil er dem mit einem Zehbruch angetretenen Reus auf den Fuß stieg. Eine ganz miese Aktion.
Die vielfältigen Schwächen seiner Mannschaft hatte auch Schalkes Aushilfs-Cheftrainer Seppo Eichkorn erkannt, der den zu seiner schwerkranken Mutter gereisten Chefcoach Huub Stevens vertrat. Eichkorn stellte in der Halbzeit um, brachte Julian Draxler – der mit seinem Anschlusstreffer endlich Feuer in die Partie brachte. Unerwartet, weil Schalke zum Zeitpunkt des Aufbäumens längst mit zehn Mann spielte.
Stürmer Klaas-Jan Huntelaar zeigte sich kurz nach der Pause besonders mannschaftsdienlich, als er sich binnen weniger Sekunden zwei Gelbe Karten wegen Meckerns abholte und Duschen gehen durfte. Marco Reus hatte die Überzahl schon bald optimal ausgenutzt. Mit einem relativ unplatzierten Schuss aus 30 Metern erwischte er Schalkes Torhüter Lars Unnerstall auf dem falschen Fuß.
Schalke kämpfte sich nun mutiger nach vorn, witterte die letzte Chance. Es war jedoch erneut Unnerstall, der jegliche Bemühungen zunichte machte. Der Torhüter versuchte, einen langen Pass auf Reus wezugrätschen, verpasste jedoch den Ball völlig. Reus lief mutterseelenallein aufs Tor zu, machte seinen zweiten Treffer und sich zum Helden eines nur kurzzeitig spannenden Pokalabends.
Statistik
Mönchengladbach: ter Stegen - Jantschke, Stranzl, Dante, Daems - Nordtveit, Neustädter - Herrmann (88. Marx), Arango - Hanke (71. de Camargo), Reus. - Trainer: Favre
Schalke: Unnerstall - Höwedes, Papadopoulos, Matip, Christian Fuchs - Jones - Höger (71. Marica), Jurado (80. Baumjohann) - Raul - Huntelaar, Pukki (46. Draxler). - Co-Trainer: Eichkorn
Schiedsrichter: Wolfgang Stark (Ergolding)
Tore: 1:0 Arango (18.), 2:0 Reus (56.), 2:1 Draxler (70.), 3:1 Reus (88.)
Zuschauer: 54.057 (ausverkauft)
Beste Spieler: Reus, Daems - Jurado, Christian Fuchs
Gelb-Rote Karten: Huntelaar wegen wiederholter Unsportlichkeit (46.); Jones wegen unsportlichen Verhaltens (90.+2)
Gelbe Karten: de Camargo - Papadopoulos (2)
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