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Borussia Dortmund feiert seine Legende Weidenfeller
Noch einmal Held

Weidenfeller rettet BVB vor Aus gegen Union
Weidenfeller rettet BVB vor Aus gegen Union FOTO: ap, mm
Dortmund. Der ewige Roman ist bei Borussia Dortmund längst auf die Zielgerade seiner Karriere eingebogen. Obwohl bereits in Altersteilzeit, durfte Weidenfeller gegen Union Berlin noch einmal zum Helden werden. Ein Zeitlupen-Moment. Von Aaron Knopp

Ehe ist ... ja, was eigentlich? Am Ende zählt wohl das Gelübde: "In guten wie in schlechten Zeiten ..." Als Roman Weidenfeller sich für seine Borussia entschied, hatte er vielleicht noch nicht geahnt, dass er die Höhen und Tiefen dieser Arbeitsbeziehung so intensiv durchleben würde. Die Beinahe-Insolenz 2004, die Ära Jürgen Klopp mit Meistertitel und Champions-League-Finale, die Gegenwart im Umbruch.

Fragen nach der Zukunft des in diesen Tagen häufig als "Projekt" beschriebenen Fußballklubs Borussia Dortmund beantworten inzwischen seine Kollegen. Den Job es Stammtorwarts hat seit der letzten Saison der zweite Roman inne. Umso bewusster genießt Weidenfeller die Momente, wenn er statt Bürki zwischen den Pfosten steht. Thomas Tuchel gönnt ihm dafür die Spiele DFB-Pokal. Früher hätte Weidenfeller das den Schlaf geraubt, weil ihn genau dieser Ehrgeiz antrieb, den die Beinahe-Einzelsportler auf der Torwartposition brauchen, um sich im Mannschaftssportart Fußball zu behaupten. Auch wenn er vielleicht ein wenig altersmilder geworden ist, schätzen sie aber auch heute bei Borussia Dortmund noch immer seinen Ehrgeiz – in jeder Trainingseinheit.

Gerade deshalb mag man sich vorstellen, wie wertvoll der Moment in dieser Oktober-Nacht beim Pokalspiel gegen Union Berlin war. Zwei Elfmeter hatte Weidenfeller herausragend pariert und damit dem BVB das Weiterkommen gesichert. Immer wieder schlug er sich im Moment des Triumphs vor die Brust, die überschäumende Dortmunder Südtribüne in seinem Rücken. Szenen, die schon in Echtzeit in Zeitlupe abzulaufen schienen.

"Ich bin nicht unbedingt ein Elfmeter-Killer. Aber jeder weiß, dass ich zwischendurch auch mal einen wichtigen gehalten habe. Beim Elfmeterschießen war mir wichtig, Ruhe auszustrahlen und der Mannschaft das Gefühl zu geben, dass wir das schon schaukeln werden", sagte Weidenfeller mit all der Routine einer fast kompletten Profikarriere.

Mit einer starken Vorstellung hat er nun selbst dafür gesorgt, dass Borussia Dortmund und auch Weidenfeller selbst im besten Fall noch vier Spiele im DFB-Pokal bestreiten dürfen. Vielleicht schon eine kleine Abschiedstour bis zu Ende seines im Sommer auslaufenden Vertrags. Nichts und niemand hält für die Ewigkeit – auch nicht Roman Weidenfeller, doch die Beziehung zwischen ihm und dem BVB wird über das Tor hinaus Bestand haben.

(ak)
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