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DFB-Pokal - 1899 Hoffenheim - Greuther Fürth
  Foto: dpa, Uwe Anspach
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Hoffenheim - Fürth 0:1: Stanislawski vor dem Aus – Fürth im Halbfinale

zuletzt aktualisiert: 08.02.2012 - 20:56

Sinsheim (RPO). Die Tage von Holger Stanislawski als Trainer des Fußball-Bundesligisten 1899 Hoffenheim sind wohl gezählt. Nach der 0:1 (0:1)-Pleite im Viertelfinale des DFB-Pokals gegen den Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth steht der erst im Sommer verpflichtete Ex-Coach von St. Pauli im Kraichgau vor dem Aus, nachdem Klubmäzen Dietmar Hopp nach den zuletzt schwachen Leistungen in der Bundesliga den eigenen Coach angezählt und ohne Wenn und Aber den ersten Halbfinaleinzug der Hoffenheimer im Pokal verlangt hatte. Angeblich hat 1899-Manager Ernst Tanner bereits Kontakt zu Markus Babbel aufgenommen, der im Winter Hertha BSC verlassen hatte.

Mitentscheidend für die ausufernde Krise bei Hoffenheim war der Platzverweis gegen den früheren Nationalspieler Marvin Compper in der 36. Minute. Der Abwehrspieler hatte sich nach einem Schubser gegen Christopher Nöthe nicht im Griff und leistete sich während der anschließenden Rudelbildung noch einen Wischer in das Gesicht von Stephan Fürstner, was von Schiedsrichter Marco Fritz aus Korb zu Recht mit der Roten Karte geahndet wurde. Wenig später machte Torjäger Olivier Occean (44.) die erste Halbfinalteilnahme der Gäste perfekt, die in der Runde zuvor den fränkischen Lokalrivalen 1. FC Nürnberg aus dem Wettbewerb geworfen hatten.

Stanislawski bezeichnete die Diskussionen um seine Person kurz nach dem Abpfiff bei Sky als "zweitrangig". Er sei viel mehr stolz auf die Jungens: "Das ist richtig enttäuschend für uns, weil wir eine richtig gute Partie geboten haben. Wir waren auch mit zehn Mann das besser Team und hatten genug Chancen. Gästetrainer Mike Büskens, der nach dem Spiel alle seine Spieler herzte, meinte: "Alles in allem geht der Sieg in Ordnung. Allerhöchsten Respekt. Was die Jungens leisten, ist sensationell."

Info

Stimmen zum Spiel:

Trainer Holger Stanislawski (1899 Hoffenheim): "Ich bin stolz auf die Jungens. Das ist richtig enttäuschend für uns, weil wir eine richtig gute Partie geboten haben. Wir waren auch mit zehn Mann das besser Team und hatten genug Chancen. Die Jungens haben alles abgerufen und sind marschiert ohne Ende. Ich kann niemanden einen Vorwurf machen. Leider haben wir uns durch die Rote Karte selbst geschwächt.

Trainer Mike Büskens (SpVgg Greuther Fürth): "Alles in allem geht der Sieg in Ordnung. Allerhöchsten Respekt...Ich habe den Jungens gesagt, sie spielen um das Spiel ihres Lebens und jetzt haben wir das Spiel unseres Lebens. Was die Jungens leisten, ist sensationell."

Dabei hatte Hoffenheim vor 14.000 Zuschauern den besseren Start. Stanislawski, der vor dem Anpfiff noch mit aufmunternden Sprechchören von den eigenen Fans gefeiert worden war, konnte mit dem Auftritt seiner Mannschaft lange Zeit zufrieden sein, zumal sich seine personellen Maßnahmen zunächst positiv auswirkten. Der 1899-Coach hatte seine Startelf gegenüber dem 2:2 gegen Aufsteiger FC Augsburg am vergangenen Wochenende auf drei Positionen verändert. Sejad Salihovic, Ryan Babel und Knowledge Musona mussten sich beim Anpfiff mit einem Platz auf der Bank begnügen. Dafür spielten Edson Braafheid, Wintereinkauf Srdjan Lakic und Tobias Strobl, der sein Profidebüt feierte, von Beginn an.

Vor allem der 21-jährige Strobl machte im defensiven Mittelfeld eine gute Partie und leitete zudem immer mal wieder gute Angriffe der Gastgeber ein, die in der 24. Minute durch Peniel Mlapa ihre beste Möglichkeit vergaben.

Für Aufstiegsaspirant Fürth, der von über 4000 mitgereisten Fans angefeuert wurde, hatte Occean nach einer halben Stunde eine gute Gelegenheit vergeben, ehe er nach dem Platzverweis einen tollen Pass von Thomas Kleine zu seinem zweiten Treffer im aktuellen Pokal-Wettbewerb nutzte. Zu diesem Zeitpunkt wirkte auch schon der im Winter verpflichtete Ex-Nationalspieler Gerald Asamoah mit, der in der 42. Minute für den angeschlagenen Nöthe eingewechselt worden war und so sein Debüt im Kleeblatt-Trikot feierte.

Nach dem Seitenwechsel mühten sich die Hausherren nach Kräften, aber gegen die gute Defensive der Franken war einfach kein Durchkommen. Fürth verlegte sich auf Konter und hatte in einer teilweise hitzigen Begegnung hin und wieder auch das Glück auf seiner Seite. Beste Hoffenheim waren mit Abstrichen Strobl und Jannik Vestergaard, bei Greuther Fürth ragten Heinrich Schmidtgal und Sercan Sararer heraus.

STATISTIK:

Hoffenheim: Starke - Beck, Vestergaard, Compper, Braafheid - Williams, Strobl (83. Salihovic) - Mlapa (64. Babel), Firmino, Johnson (79. Gyau) - Lakic. - Trainer: Stanislawski

Fürth: Grün - Schröck, Kleine, Mavraj, Schmidtgal - Fürstner, Prib - Sararer, Zillner (55. Pekovic) - Occean (89. Karaslawow), Nöthe (42. Asamoah). - Trainer: Büskens

Schiedsrichter: Marco Fritz (Korb)

Tor: 0:1 Occean (44.)

Zuschauer: 14.000

Beste Spieler: Vestergaard, Strobl - Schmidtgal, Sararer

Rote Karten: Compper nach einer Tätlichkeit (36.)

Gelbe Karten: Lakic - Zillner, Schmidtgal, Occean, Asamoah

Quelle: sid

 
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