| 20.21 Uhr

1860 München - TSG Hoffenheim 2:0
"Löwen" vermiesen Kuranyis Comeback

1860 München - TSG Hoffenheim
1860 München - TSG Hoffenheim FOTO: dpa, mum hak
München. Zweitligist 1860 München hat für eine Überraschung im diesjährigen DFB-Pokal gesorgt und den ersten Bundesligisten aus dem Rennen geworfen. Die krisengeschüttelten Löwen setzten sich in der Auftaktrunde verdient mit 2:0 (0:0) gegen 1899 Hoffenheim durch.

Die Sechziger, nach dem Beinahe-Abstieg in die 3. Liga mit zwei 0:1 Niederlagen in die neue Saison gestartet, gewannen dank der Treffers des starken Daylon Claasen (51.) sowie Fejsal Mulic (90.). Hoffenheim, in den beiden vergangenen Jahren jeweils Viertelfinalist, enttäuschte eine Woche vor seinem Bundesliga-Auftakt bei Bayer Leverkusen auf ganzer Linie.

"Wir sind nicht angetreten, um uns abschießen zu lassen. Wir haben uns seit dem Saisonstart nach und nach gesteigert und uns diesmal auch belohnt. Wir dürfen jetzt nicht nachlassen. Ich hoffe, dass wir das Selbstvertrauen nun auch in die Liga mitnehmen. Doch zunächst will ich mit der Mannschaft diesen Sieg genießen", sagte 1860-Coach Torsten Fröhling bei Sky.

Hoffenheims Trainer Markus Gisdol hatte vor 17.800 Zuschauern zunächst auf seinen "K+K"-Sturm verzichtet: Während Kevin Volland von Beginn an seine angestammte Position in vorderster Spitze einnahm, dort aber enttäuschte, kam Deutschland-Rückkehrer Kevin Kuranyi in der 62. Minute, um dem bis dahin einfallslosen Spiel der Gäste neuen Schwung zu verleihen. Tatsächlich drückte der Erstligist danach aufs Tempo, ohne allerdings große Chancen herauszuspielen.

Kuranyi hatte zuletzt am 8. Mai 2010 ein Spiel in einem deutschen Wettbewerb bestritten (0:0 mit Schalke 04 bei Mainz 05). Und auch für Volland war es ein besonderes Spiel. Der Nationalspieler war 2005 als 13-Jähriger zu 1860 gekommen, spielte dort bis 2011, ehe er dann endgültig nach Hoffenheim wechselte. Bei seiner Rückkehr fiel Volland nur in der 41. Minute auf, als sein Freistoß aus 25 Metern allerdings leichte Beute von Stefan Ortega im Münchner Tor wurde.

Ansonsten wirkte die TSG ohne den an den FC Liverpool verkauften Roberto Firmino ideenlos. Mit Sebastian Rudy auf der "Zehn" fanden die Gäste kein Mittel gegen taktisch gut eingestellte Löwen. Die Gastgeber standen in der Abwehr sehr sicher, mauerten aber auch und ergriffen bei jeder Gelegenheit mutig die Initiative. Wenn sich die "Blauen" überhaupt etwas vorzuwerfen hatten, dann mangelnde Kaltschnäuzigkeit bei der Verwertung der vielen guten Torchancen.

Schon zur Pause hätten die Gastgeber angesichts ihres klaren Übergewichts führen können, wenn nicht müssen. Claasen machte es dann kurz nach Wiederbeginn besser, die gesamte Abwehr der Hoffenheimer war dabei indisponiert. Erst danach wurden die Gäste etwas stärker, ohne allerdings zu überzeugen. Daran konnte auch die Einwechslung von Kuranyi nichts ändern.

(sid)
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