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Werder-Oldie wird zum Helden
Pizarro träumt nach Pokal-"Wahnsinn" weiter

Bremer Doppelschlag ist zu viel für Borussia
Bremer Doppelschlag ist zu viel für Borussia FOTO: dpa, rwe hak
Mönchengladbach. Werder Bremen feierte nach dem Pokal-Coup in Gladbach seine Torschützen Claudio Pizarro (37) und Janek Sternberg (23). Nun soll auch das "Mini-Finale" in Frankfurt gelingen.

Claudio Pizarro strahlte wie ein Christbaum, als er nach einer fast halbstündigen Party mit den Werder-Fans erschöpft in Richtung Kabine schlurfte. "Ich bin sehr müde, aber vor allem glücklich", sagte der 37-Jährige nach dem Bremer 4:3 (0:1)-Wahnsinn im DFB-Pokal bei Borussia Mönchengladbach und hob zufrieden den Daumen: "Gut gespielt, ein Tor gemacht, gewonnen - wir träumen weiter."

Werders Traum umfasst nach dem ersten Viertelfinal-Einzug seit sechs Jahren eine Reise nach Berlin, zunächst aber steht ein ganz anderes "Endspiel" an. "Am Samstag bei Eintracht Frankfurt wartet ein Mini-Finale auf uns. Hoffentlich können wir dort an unsere Leistung in Gladbach anknüpfen", sagte Trainer Viktor Skripnik über das wichtige Kellerduell zum Ende der Hinrunde.

"Claudio ist Claudio"

Helfen soll dabei wieder Pizarro. Der Oldie wurde am Niederrhein zum Held des Abends, weil er den Gladbacher Ausgleich mit dem prompten 3:2 beantwortete und so den Bann brach. "Pizza kommt langsam richtig gut in Schuss", sagte Sportchef Thomas Eichin, Skripnik ergänzte: "Claudio ist Claudio. Er hat in der Kabine die jungen Leute beruhigt und gesagt, dass wir das schaffen. Genau dafür haben wir ihn geholt."

Pizarro war nach Werders "über 90 Minuten gesehen bester Saison-Leistung" (Eichin) aber nur einer der gefeierten Helden. Denn neben dem Routinier überzeugte allen voran Jungspund Janek Sternberg (23), dem sein erstes Tor in einem Pflichtspiel gelang. "Ich wusste danach gar nicht, wo ich hinlaufen sollte. Das waren geile 90 Minuten, die ich jetzt im Bus in Ruhe Revue passieren lasse", sagte der Linksverteidiger.

Zu lange feiern wollten indes weder Pizarro noch Sternberg. Zwar sei der Sieg "enorm wichtig für unseren Verein, auch finanziell", sagte Eichin. Doch nun gelte es, in Frankfurt nachzulegen. "Das wird ein eminent wichtiges Spiel. Da brauchen wir dringend drei Punkte, um Ruhe zu haben", sagte der 49-Jährige über das Duell zwischen dem 14. und 15. Tabelle.

"Wer diese Partie verliert, rutscht vorerst in die Abstiegszone und wird dort drei oder vier Wochen bleiben. Das wollen wir nicht", sagte auch Skripnik. Das Gladbach-Spiel soll dabei als Mutmacher dienen. "Eine so gute Mannschaft auswärts mit vier Toren zu schlagen, ist Wahnsinn für uns. Solche Spiele bringen und weiter, da tanken wir Selbstbewusstsein", sagte Skripnik.

Ankommen wird es am Samstag auch wieder auf Pizarro. Nach seinem erst zweiten Einsatz über 90 Minuten war der Peruaner ausgelaugt, versprach aber noch einmal Vollgas: "Ich bin wirklich müde", sagte Pizarro: "Aber ich habe ja noch drei Tage, um mich zu erholen."

(sid)
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