| 14.23 Uhr

DFB-Präsidentschaftskandidat
Reinhard wer?: Grindel alles andere als unumstritten

Porträt: Reinhard Grindel: Der neue DFB-Präsident
Porträt: Reinhard Grindel: Der neue DFB-Präsident FOTO: dpa, fis jhe
Reinhard Grindel ist der DFB-Präsidentschaftskandidat der Landesfürsten. Dabei ist der Schatzmeister aber alles andere als unumstritten.

Reinhard Grindel ist Politiker. Durch und durch. Wer im Internet nach dem Mann, der laut der DFB-Landesverbände den Deutschen Fußball-Bund als neuer Präsident aus der Krise führen kann und soll, sucht, der landet viele Treffer - viele davon sind, nun ja, erstaunlich, nur wenige haben aber mit Fußball zu tun.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete aus Rotenburg/Wümme macht in mit viel Musik unterlegten Videos Werbung in seinem Wahlkreis, er berichtet auf seiner Internetseite aus Berlin und von politischen Themen. Erst seit 2013 ist der Familienvater Schatzmeister beim DFB und stand eher in der zweiten Reihe beim Weltmeister-Verband, zuvor war Grindel knapp drei Jahre der Anti-Korruptionsbeauftragte. Deshalb scheint er gerade im Profifußball alles andere als unumstritten. Ein Mann zwar ohne Stallgeruch - aber eben auch einer ohne großes Profil im Weltfußball.

In seiner heimischen Kreiszeitung wurde der 54-Jährige zuletzt als "innenpolitischer Hardliner mit Ellenbogen-Mentalität", als "Machtmensch und Quereinsteiger" beschrieben. Die Runde machte die Anekdote, dass Grindel kurz vor der vergangenen Wahl die Löschung eines Fernsehbeitrags über seinen politischen Gegner durchgesetzt hatte. Aus seiner politischen Vergangenheit in Berlin ist bekannt, dass sich Grindel ausgerechnet bei der Verabschiedung eines Gesetzes zur Abgeordnetenbestechung enthielt - als einer von nur sieben Politikern.

"Im Mittelpunkt unserer gemeinsamen Arbeit müssen die Konsequenzen aus der Affäre um das WM-Organisationskomitee 2006 stehen. Diese notwendige Arbeit in der Sache sollte nicht von einer Diskussion über Personen überlagert werden", hatte der CDU-Politiker am vergangenen Dienstag gesagt, als sein Hut von den 21 Landesverbänden, die bei einer Wahl zwei Drittel der Stimmen in sich vereinen, in den Ring geworfen wurde.

Die DFB-Spitze FOTO: ap

Intern soll es beim DFB eine Vereinbarung zwischen Grindel und Ex-Präsident Wolfgang Niersbach sowie DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock gegeben haben, die besagt, dass Grindel zukünftig parteipolitisch umstrittene Themenfelder nicht in den Mittelpunkt seiner politischen Arbeit stellen, sondern sich vielmehr sportpolitischen Fragestellungen zuwenden werde. Grindel bestreitet das vehement. Das birgt Brisanz.

Der frühere Journalist und Leiter des ZDF-Büros in Brüssel würde im Falle seiner Wahl wohl als ehrenamtlicher Präsident antreten, so wie vor ihm Niersbach, der aber mit vorgezogener Betriebsrente bestens verdient hatte.

(sid)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

DFB: Reinhard Grindel alles andere als unumstritten


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.