Deutschland - Kuwait: Die deutsche Elf in der Einzelkritik
zuletzt aktualisiert: 09.05.2002 - 23:12Beim Debütantenball von Freiburg fehlten zwölf Asien-Fahrer. Stattdessen streiften einige junge Spieler erstmals das Nationaltrikot über. Hier die Einzelkritik:
Oliver Kahn (Bayern München): Der DFB-Kapitän verlebte einen ruhigen Abend im Dreisam-Stadion, wo er vor rund zwei Jahren von einem Golfball am Kopf getroffen wurde. Vor dem Match wurde Kahn, der nur in der 42. Minute einmal gegen Al-Multairi gefordert wurde, mit Sprechchören empfangen.
Christoph Metzelder (Borussia Dortmund): Der Dortmunder Meisterspieler war in seinem vierten Länderspiel äußerst abgeklärt und souverän, konnte im Gegensatz zu Linke alle Zweikämpfe gegen Saeid für sich entscheiden.
Thomas Linke (Bayern München): In seinem 32. Länderspiel wirkte der Münchner im Spiel Mann gegen Mann gegen Kuwaits einzige Spitze Saeid wenig souverän, wenn der Routinier ohne direkten Gegenspieler war, stand er zudem oft auf verlorenem Posten.
Jens Jeremies (Bayern München): Der Münchner bereitete mit einem beherzten Schuss das 2:0 von Bierhoff vor, leistete wieder einmal das größte Laufpensum im Team. Im Spiel nach vorne versuchte sich der 28-Jährige allerdings einige Male vergeblich als Regisseur.
Sebastian Kehl (Borussia Dortmund): Der Dortmunder fiel vor der Pause zunächst durch drei rüde Fouls auf. Eine Minute vor der Pause setzte der Mittelfeldspieler an seiner früheren Wirkungsstätte immerhin ein positives Zeichen, als er in der 44. Minute sein drittes Länderspieltor zum 5:0 erzielte. Nach dem Seitenwechsel war der Ex-Freiburger auch spielerisch deutlich besser. In der 66. Minute machte Kehl für den Bremer Ernst Platz.
Torsten Frings (Werder Bremen): Dem Bremer gelang in der zehnten Minute sein zweites Länderspieltor nach einem Gestocher im Strafraum. Allerdings war der 25-Jährige in seinem siebten Länderspiel nicht so auffällig wie zuletzt gegen die USA und Argentinien.
Christian Rahn (FC St. Pauli): Der Mittelfeldspieler vom FC St. Pauli geht als elfter Debütant unter Teamchef Rudi Völler und als 814. Nationalspieler insgesamt in die DFB-Geschichte ein. Vor der Pause zeigte sich Rahn, der als erster Bundesliga-Spieler des Kiez-Klubs den Sprung in die Nationalmannschaft schaffte, äußerst nervös. Nach dem Seitenwechsel wirkten die Aktionen des ehemaligen "U21"-Nationalspielers weitaus sicherer.
Sebastian Deisler (Hertha BSC Berlin): Dem künftigen Münchner merkte man bei seinem Nationalmannschafts-Comeback nach siebenmonatiger Pause die fehlende Spielpraxis deutlich an. Der Noch-Berliner war allerdings stets bemüht und erzielte in der 40. Minute sogar seinen dritten Länderspieltreffer zum 3:0. In der 62. Minute durfte der 22-Jährige vorzeitig zum Duschen.
Miroslav Klose (1.FC Kaiserslautern): In ungewohnter Position auf der linken Seite konnte der Lauterer nicht so wie gewohnt überzeugen. Nach zwei guten Möglichkeiten holte der 23-Jährige in der 70. Minute allerdings den Foulelfmeter zum 6:0 durch Bierhoff heraus.
Oliver Bierhof (AS Monaco): Der Ex-Kapitän war mit seinen Länderspieltreffern 34 bis 36 der Mann des Abends und verbesserte sich durch diesen Dreierpack in der ewigen Torjägerliste des DFB auf den siebten Platz. Mit seiner Leistung empfahl sich der EM-Held von 1996 zudem für einen Stammplatz bei der WM.
Carsten Jancker (Bayern München): Den Null-Tore-Stürmer von Bayern München blieb zunächst auch in der Nationalmannschaft das Pech treu. Der 27-Jährige ackerte und rackerte, vergab nach der Pause allerdings kläglich einige gute Chancen, ehe er in der 77. Minute mit seinem siebten Länderspieltor für seine Mühe belohnt wurde.
Paul Freier (VfL Bochum): Der Bochumer kam in der 62. Minute für den entkräfteten Deisler und führte sich gleich prächtig in seinem ersten Länderspiel ein. Der Bundesliga-Aufsteiger zeigte keinerlei Nervosität, gewann einige Zweikämpfe und spielte zudem mutig nach vorne.
Fabian Ernst (Werder Bremen): Der Bremer konnte sich nach seiner Einswechslung in der 60. Minute im zentralen Mittelfeld kaum noch in Szene setzen, bewies bei einem Weitschuss aus 25 Metern in seinem ersten A-Länderspiel aber Courage.
Daniel Bierofka (1860 München): Der künftige Leverkusener löste in der 73. Minute Bierhoff ab, konnte in der Schlussphase seine Torgefährlichkeit allerdings nicht mehr unter Beweis stellen.
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