Durchweg schlechte Noten für die Deutschen: Die deutsche Mannschaft in der Einzelkritik
zuletzt aktualisiert: 01.09.2001 - 21:50Düsseldorf (rpo). Nach einer 1:5-Niederlage muss man das Positive mit der Lupe suchen. Das gilt auch für deutsche Nationalmannschaft nach der historischen Niederlage gegen England. Die Spieler der Elf von Rudi Völler in der Einzelkritik.
Oliver Kahn: Deutschlands Fußballer des Jahres strahlte nicht die gewohnter Sicherheit aus und war vor allem beim Rauslaufen nicht immer Herr der Situation. In der 29. Minute beschwor der Champions-League-Held zudem eine gefährliche Situation herauf, als er einen Rückpass von Sebatian Deisler mit der Hand aufnahm. Bei den Gegentreffern war der deutsche Kapitän allerdings machtlos.
Christan Wörns: Der Dortmunder konnte nicht an seine starken Leistungen in der bisherigen Bundesliga-Saison anknüpfen. Gegen die schnellen und trickreichen Stürmer Michael Owen und Emile Heskey war der 29-Jährige oft nur zweiter Sieger und wurde zur Pause folgerichtig ausgewechselt.
Jens Nowotny: Der deutsche Abwehrchef war über 90 Minuten mit Defensivaufgaben beschäftigt und kam kaum über die Mittellinie. Vor dem 1:3 durch Michael Owen leistete sich der Leverkusener einen groben Stellungsfehler. Auch ansonsten wirkte der 27-Jährige alles andere als souverän.
Thomas Linke: Bei einigen Zweikämpfen mit Michael Owen und Emile Heskey wurden die Schwächen des Münchners wie schon beim Supercup-Finale gegen den FC Liverpool (2:3) schonungslos aufgedeckt. Zudem leistete sich der 31-Jährige einige Fehlpässe im Spiel nach vorne.
Marko Rehmer: Der Berliner verhinderte in der 30. Minute zunächst das 1:2, als er auf der Torlinie einen Beckham-Freistoß aus neun Metern blockte. Ansonsten gelang dem 29-Jährigen, der vor der Pause im rechten Mittelfeld spielte, keine brauchbare Flanken. Nach dem Seitenwechsel agierte der Herthaner in der Abwehrdreierkette, wobei er vor dem 1:3 viel zu weit von seinem Gegenspieler Owen entfernt war.
Michael Ballack: Der Leverkusener spielte weit unter seinen Möglichkeiten, auch wenn er mit einem tollen Pass auf seinen Vereinskollegen Oliver Neuville maßgeblich am deutschen 1:0 beteiligt war. In der 53. Minute vergab der Mittelfeldspieler das mögliche 2:3, als er aus aussichtsreicher Position den Ball in den Nachthimmel beförderte. In der 67. Minute wurde Ballack folglich ausgewechselt.
Dietmar Hamann: Der überragende Akteur des Hinspiels, der in Wembley auch den 1:0-Siegtreffer für die DFB-Auswahl geschossen hatte, war ein Schatten seiner selbst. Der England-Legionär war nicht in der Lage, das deutsche Spiel anzukurbeln und sah zudem in vielen Zweikämpfen alt aus. In der Schlussphase wurde der Liverpooler von seinen Kollegen aus der Premier League sogar regelrecht vorgeführt. Darüberhinaus kassierte Hamann die zweite Gelbe Karte und ist damit im abschließenden Qualifikationsspiel gegen Finnland in Gelsenkirchen gesperrt.
Jörg Böhme: Dem Schalker gelang kaum etwas. Der Pokalsieger leistete sich viele Fehlpässe. Vor dem 1:3 ließ sich der 27-Jährige von Englands Superstar David Beckham wie ein Schuljunge ausspielen.
Sebastian Deisler: Der deutsche Hoffnungsträger konnte die Erwartungen nicht erfüllen und blieb weit hinter seinem hervorragenden Auftritt beim 5:2 in Budapest gegen Ungarn zurück. In der 22. Minute verpasste der 21-Jährige aus fünf Metern freistehend vor dem englischen Tor das mögliche 2:1, sieben Minuten später brachte mit einem unnötigen Rückpass seinen Torwart in Verlegenheit.
Carsten Jancker: Für den Münchener begann die Partie nach Maß, denn schon in der sechsten Minute gelang ihm sein sechster Länderspieltreffer zum 1:0. Anschließend lief bei dem 27-Jährigen allerdings nicht mehr viel zusammen, obwohl er sich bis zum Schluss redlich bemühte.
Oliver Neuville: Der kleine Leverkusener war noch der auffälligste Akteur in einer desolaten deutschen Mannschaft. Per Kopf bereitete der 28-Jährige in der sechste Minute die deutsche Führung vor. Zudem leistete der stets anspielbare Bayer-Stürmer das Zuspiel auf Deisler, der diese Chance in der 22. Minute aber nicht nutzen konnte. In der 78. Minute wurde Neuville gegen Kehl ausgewechselt.
Gerald Asamoah: Der Schalker rückte nach der Pause für Rehmer ins rechte Mittelfeld, konnte dem Spiel aber keinerlei Impulse geben und verhungerte regelrecht auf der Außenbahn.
Miroslav Klose: Der Lauterer Stürmer wurde in der 67. Minute für Ballack beim Stand von 1:3 eingewechselt. Entscheidende Impulse konnte der 23-Jährige dem deutschen Spiel nicht mehr geben.
Sebastian Kehl: Der Freiburger, der in Ungarn zu den Matchwinnern gezählt hatte, kam in der 78. Minute für Neuville aufs Feld, konnte allerdings im deutschen Torso nichts mehr ausrichten.
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