Nach dem Testspiel: Die deutsche Nationalmannschaft in der Einzelkritik
zuletzt aktualisiert: 27.02.2001 - 23:05Paris (dpa) -
Oliver Kahn: Der große Vergleich mit seinem Gegenüber Barthez fiel aus. Die beiden weltbesten Torhüter waren fast beschäftigungslos. Beim Gegentor ohne Chance, verhinderte das 0:2 gegen Desailly (73.).
Christian Wörns: Ein Comeback, das sich lohnte. Der Dortmunder war klarer Punktsieger im Duell mit dem schnellen 65-Millionen-Stürmer Anelka und bester DFB-Akteur. Erster Schritt zurück zum Stammplatz.
Jens Jeremies: Der Rückkehrer agierte als Libero für den verletzten Nowotny meist vor der Abwehr. Aggressiv in den Zweikämpfen, aber mit Fehlpässen wurde er mitunter zur Gefahr für das eigene Team.
Thomas Linke: Hatte Wiltord meist im Griff. Doch mit seinen bekannten eklatanten technischen Schwächen keine Hilfe im Spielaufbau.
Marko Rehmer: Nach mehrwöchiger Verletzungspause eine ansprechende Partie auf der rechten Seite. Zuverlässig in der Defensivarbeit und wenigstens ab und zu um planvolle Entlastung nach vorne bemüht.
Carsten Ramelow: Zerstörer Nummer eins im Mittelfeld. Stopfte viele Löcher. Häufig auch Zweikampfsieger gegen Zidane. Für die Offensive blieb da allerdings praktisch keine Zeit.
Dietmar Hamann: Die 120 Minuten vom englischen Ligapokal-Finale am Sonntag steckten dem Liverpooler noch tief in den Beinen. Bewegte nichts, folgerichtig die Auswechslung nach 45 schwachen Minuten.
Michael Ballack: Der hochgelobte Leverkusener war nur ein Mitläufer. Ohne Ideen, dafür mit schlampigen Abspielen. Eines führte zum 0:1. In dieser Form ist der 24-Jährige kein Spielmacher der Zukunft.
Marco Bode: Der Bremer, der den Vorzug vor Ziege erhielt, sorgte anfangs für hoffnungsvolle Vorstöße über die linke Seite. Später zu sehr isoliert, um wirkungsvoll zu sein.
Mehmet Scholl: Der Münchner ist einfach kein Spielmacher. Tauchte überall auf, aber der Aufwand verpuffte. Sein 15-Meter-Schuss in der 77. Minute war die einzige Prüfung für Frankreichs Torwart Barthez.
Carsten Jancker: Der Angriffs-Hüne mühte sich eine Stunde Zeit lang nach Kräften. Stand vor der Pause als einzige Spitze auf verlorenem Posten, bei seiner einzigen Torchance fehlte das Zielwasser.
Oliver Neuville: Kam in der zweiten Hälfte als zweite Spitze in die Partie. Der Leverkusener setzte aber auch keine Akzente.
Oliver Bierhoff: 67 Minuten musste der Kapitän auf der Ersatzbank schmoren. Konnte dem frustrierenden Abend keine Wende mehr geben.
Torsten Frings: Durfte in den letzten neun Minuten sein Debüt in der Nationalmannschaft feiern. Konnte sich aber nicht in Szene setzen.
Christian Ziege: Kam erst in der Schlussminute zum Einsatz.
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