Jones: "Ich schieße euch in den Uefa-Cup": "Diva vom Main" wieder auf der großen Bühne
zuletzt aktualisiert: 26.05.2003 - 12:33Frankfurt/Main (rpo). Noch Stunden nach dem packenden Herzschlagfinale im Fernduell mit Mainz 05 wackelten in Frankfurt die Wände. Die "Diva vom Main" ist zurück auf der Bundesliga-Bühne und will wieder die allererste Geige spielen.
Zwar versuchte der scheidende Vorstandsboss Volker Sparmann noch am späten Abend nach dem Lizenzgerangel vor Saisonbeginn die neue Frankfurter Bescheidenheit zu propagieren, doch "Kult-Stürmer" Jermaine Jones machte seinem Boss vor 15.000 Fans auf dem Römerberg gleich einen Strich durch die Rechnung.
Der 22-Jährige, der nach Ende der kommenden Saison zu Bayer Leverkusen wechselt, tönte: "Ich habe hier noch Vertrag bis 2004. Ich trage nächste Saison das Trikot mit dem Adler auf der Brust und schieße euch in den Uefa-Cup. Ich bin ein Frankfurter Bub und werde es immer bleiben", meinte Jones, der mit seinem sechsten Saisontreffer den Torreigen beim phänomenalen 6:3 gegen Absteiger SSV Reutlingen eröffnet hatte.
Nicht mehr für möglich gehalten
Der nach dem Spielverlauf im Waldstadion lange Zeit nicht mehr für möglich gehaltene Wiederaufstieg ins Oberhaus öffnet der Eintracht vor allem finanziell Tür und Tor. Die Lizenz ist schon jetzt gesichert, der Etat wird von 12 auf 24 Millionen Euro aufgestockt. "Die Hälfte der Summe, die wir jetzt zusätzlich bekommen, wird in die Mannschaft investiert. Wir wollen noch zwei, drei Kracher holen", sagte Sparmann, dessen Posten nach derzeitigem Stand offenbar Leverkusens Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser übernehmen soll.
Sparmann betonte zudem, dass in den kommenden Tagen der für die erste Liga nicht gültige Vertrag von Trainer Willi Reimann bis Ende 2005 verlängert wird. "Ich liebe diesen Trainer. Wir werden noch in dieser Woche ein Ergebnis präsentieren. Die neue Mannschaft wird zu 85 Prozent Reimanns Handschrift tragen", erklärte der Vorstandsboss.
Bislang verpflichteten die Hessen, die zuletzt in der Saison 2000/2001 erstklassig waren, den Kroaten Jurica Puljiz, Mehmet Dragusha von Eintracht Trier, Reutlingens Torjäger Nico Frommer und Markus Kreuz vom 1. FC Köln. Am Mittwoch soll zudem der Österreicher Stefan Lexa einen Kontrakt bei den Frankfurtern unterschreiben. Zur Freude der Frankfurter Anhängerschar steht auch der Noch-Bielefelder Ansgar Brinkmann in konkreten Verhandlungen mit dem Uefa-Pokal-Sieger von 1980.
"Wir werden die Hände ganz sicher nicht in den Schoß legen. Wenn wir uns personell verstärken, glaube ich an unsere Chance in der Bundesliga", sagte der 53 Jahre alte Reimann, der als Trainer und Manager in Personalunion hervorragende Arbeit abgeliefert hat. Der stoische Westfale hat im geschwätzigen Frankfurter Umfeld ganz offensichtlich den richtigen Ton gefunden.
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