Ausschreitungen in Osnabrück: 29 Verletzte nach bizarrer Fahnen-Provokation
zuletzt aktualisiert: 11.09.2011 - 14:25Osnabrück (RPO). Das Zeigen einer nachgemachten Flagge hat beim Drittligaspiel zwischen dem VfL Osnabrück und Preußen Münster (1:0) schwere Krawalle mit fatalen Folgen ausgelöst. 29 Personen, darunter fünf Polizisten, wurden zum Teil schwer verletzt.
Es war nur ein Stück Tuch, aber es löste folgenschwere Krawalle aus: Bei brutalen Ausschreitungen am Rande des Drittligaspiels zwischen dem VfL Osnabrück und Preußen Münster (1:0) sind 29 Personen, darunter fünf Polizisten, zum Teil schwer verletzt worden. Dies bestätigte Georg Linke von der Polizeiinspektion Osnabrück. Ein Beamter muss wegen einer Verletzung im Bauchbereich weiterhin stationär im Krankenhaus medizinisch versorgt werden.
Ausgangspunkt für die gewalttätigen Auseinandersetzungen im Stadion an der Bremer Brücke war das von VfL-Fans präsentiert Duplikat einer Fahne der Münsteraner "Ultras", die diese in der vergangenen Saison in einem Zugabteil vergessen hatten. Eine Provokation mit Folgen: Die Gäste-Fans reagierten darauf mit dem Werfen von Pyrotechnik und Böllern in den ehemaligen Spielertunnel. In dem trichterförmigen Raum wurde die verheerende Wirkung der Geschosse noch verstärkt.
"Bin total enttäuscht"
VfL-Geschäftsführer Ralf Heskamp reagierte geschockt auf die Geschehnisse. "Wir hatten vorher vereinbart, dass es keine Provokationen geben darf. Ich bin total enttäuscht", sagte der Ex-Profi. Auch Carsten Gockel, Sportvorstand beim Aufsteiger aus Westfalen, war entsetzt: "Wir müssen sehen, dass wir solche Leute aus den Stadien herausbekommen." Traditionell ist die Rivalität zwischen den Fans der beiden benachbarten Traditionsvereine besonders groß.
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wird sich in der kommenden Woche mit den Vorfällen in Osnabrück beschäftigen. "Wir warten jetzt den Polizeibericht ab, um uns ein detalliertes Bild zu machen. Eines steht fest: Die dafür verantwortlichen Täter haben in einem Fußballstadion nichts verloren, sie müssen mit aller Konsequenz zur Verantwortung gezogen werden", erklärte DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach in einer Stellungnahme.
Preußen Münster, erst im Sommer nach fünf Jahren in der Regionalliga in die 3. Liga zurückgekehrt, muss mindestens mit einer hohen Geldstrafe rechnen. Auch eine Platzsperre ist nicht ausgeschlossen. Schon bei den Aufstiegsfeierlichkeiten im Mai hatte es wegen Wurfattacken auf Polizeibeamte vorläufige Festnahmen gegeben.
Ausschreitungen in Bielefeld
In der 3. Liga ist es in diesem Jahr schon mehrfach zu Zwischenfällen gekommen. Erst vor zwei Wochen wurden im Erfurter Steigerwaldstadion 55 Personen nach einer Massenschlägerei verletzt. In der vergangenen Saison ermittelte der DFB nach Ausschreitungen in Ahlen und Babelsberg.
Bereits vor dem Spiel waren die Erfurter Fans auffällig geworden. Die sogenannten Problemanhänger zündeten Pyrotechnik außerhalb des Stadions. Auch während des Spiels wurden mehrfach mehrere Bengalos gezündet. Nach dem Spiel kam es zu Ausschreitungen zwischen einer kleinen Gruppe Bielefelder Anhänger und einem Bus mit Erfurter Fans.
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