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Spitzenreiter in der 3. Liga
Dresden war für Lambertz die richtige Wahl

Andreas Lambertz fühlt sich bei Dynamo endlich wieder gebraucht
Andreas Lambertz fühlt sich bei Dynamo Dresden wohl. FOTO: dpa, te nic hak
Dresden. Dynamo Dresdens Rückkehr in die 2. Bundesliga ist anscheinend nur noch Formsache. Die Sachsen gehen mit einem Elf-Punkte-Polster in die am Wochenende beginnende Restrunde der 3. Liga. Andreas Lambertz spielt dabei eine besondere Rolle.

Natürlich war es nicht leicht für Lambertz. Nach zwölf Profijahren und 339 Spielen für Fortuna Düsseldorf wurde der langjährige Kapitän der Rheinländer im Sommer aussortiert. Lambertz, den in Düsseldorf alle nur "Lumpi" rufen, musste sich einen neuen Verein suchen – und Dynamo Dresden schlug zu. Eine Entscheidung, die sich beim Rückblick auf die Hinrunde für beide Seiten bezahlt gemacht hat.

Lambertz hat in Dresden direkt eine Führungsrolle eingenommen, so wie er sie in Düsseldorf auf immer ausgefüllt hatte. 20 von 21 Partien absolvierte "Lumpi" in der 3. Liga. Hätte der Mittelfeldspieler am 6. Spieltag gegen die Reserve von Werder Bremen nicht die Gelb-Rote Karte gesehen, hätte er wohl alle Spiele in der Hinrunde absolviert. Zwei Tore und drei Vorlagen erzielte Lambertz bislang für die Sachsen. Zahlen, die in Düsseldorf ähnlich waren. Auch bei der Fortuna glänzte Lambertz nicht unbedingt mit Toren oder als Vorbereiter, auf seine Fähigkeiten als Zerstörer und Dauerläufer im Mittelfeld war aber immer Verlass.

Und genau diese Qualitäten projiziert Lambertz nun auf Dynamo. Allerdings fiel ihm der Wechsel aus seinem geliebten Düsseldorf in die sächsische Landeshauptstadt nicht leicht. "Natürlich war das keine einfache Entscheidung, 600 Kilometer von zu Hause weg zu sein. Vor allem für die Familie. Mein Sohn musste am anderen Ende von Deutschland seine Freunde zurücklassen. Wir vermissen natürlich unsere Leute, die Heimat, unser Haus", sagte Lambertz Anfang Januar der "Morgenpost Sachsen". "Wir haben uns auch prima in Dresden eingelebt", so Lambertz weiter.

Lambertz wird endlich wieder gebraucht

In Dresden hat er endlich wieder das Gefühl, "gebraucht zu werden", wie er selbst sagt. Bei der Fortuna kam Lambertz zuletzt nur noch selten zum Einsatz. "Ich habe gleich beim ersten Mal in der Kabine gemerkt: Das ist eine geile Truppe", sagt Lambertz, der nach seinem Engagement in Dresden in anderer Funktion zur Fortuna zurückkehren wird.

Mit Dynamo kann Lambertz, der als einziger Profi in Deutschland in den ersten vier Ligen aktiv war, seinen vierten Aufstieg schaffen. Elf Punkte beträgt der Vorsprung auf den ersten Verfolger Sonnenhof-Großaspach. Eigentlich unmöglich, diesen noch zu verspielen. Feiern wollen die Sachsen allerdings noch nicht.

Trainer Uwe Neuhaus mahnte seine Kicker vor der am Freitag beginnenden Restrunde der 3. Liga zu höchster Konzentration. "Wir dürfen das nicht auf die leichte Schulter nehmen und müssen mit dem gleichen Elan wie im Sommer beginnen. Vor allem sollten wir aber erst feiern, wenn wir was zu feiern haben. Aktuell gibt es keinen Grund dafür", sagte Neuhaus vor dem Pflichtspielstart 2016 am kommenden Samstag (14 Uhr) beim FC Rot-Weiß Erfurt.

Die Sachsen sind gebrannte Kinder. Vor Jahresfrist durfte der vielfache DDR-Meister und Pokalsieger in der Winterpause noch von der sofortigen Rückkehr in die 2. Bundesliga träumen. Dann aber platzten die Träume nach einem völlig verkorksten Frühjahr, das mit Rang sechs und 15 Punkten Rückstand auf einen der beiden direkten Aufstiegsplätze endete.

Dieses Szenario wollen die Sachsen um den besten Torjäger der Liga, Justin Eilers, der in 57 Ligaspielen für Dynamo 34 mal getroffen hat, diesmal unbedingt vermeiden. "Die Mannschaft macht einen sehr willigen und fokussierten Eindruck, jedem ist bewusst, dass wir noch einen weiten Weg zu gehen haben", sagte Neuhaus nach dem Trainingslager in Spanien, bei dem Lambertz seine Qualitäten als Spaßvogel unter Beweis stellte: Gleich dreimal erhielt er das sogenannte "Dackel"-Shirt, das ein Spieler tragen muss, wenn er einen Wettbewerb wie Torschuss, Basketball oder Ballhochhalten verloren hat.

Die einzige Sorge, die Lambertz derzeit hat, ist seine geliebte Fortuna. "Ich bekomme immer noch vieles mit, was bei der Fortuna abläuft. Meine Fortuna steigt nicht ab", sagte Lambertz der "Bild".

(seeg)
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