| 14.21 Uhr

"Armes Deutschland"
Dynamo-Fans wettern gegen Einladung für Flüchtlinge

Dresden-Fans: Chronologie der Ausschreitungen
Dresden-Fans: Chronologie der Ausschreitungen FOTO: dapd
Drittligist Dynamo Dresden hat insgesamt 300 Flüchtlinge zum Heimspiel gegen den MSV Duisburg eingeladen.

Wie der Klub vor der Begegnung am Sonntag (14.00 Uhr) mitteilte, findet die Aktion im Rahmen der Initiative "Der Dresdner Mannschaftsspitzensport heißt willkommen" in Zusammenarbeit mit der sächsischen Landeshauptstadt statt.

Gemeinsam mit der antirassistischen Faninitiative 1953international und der AG Asylsuchende lädt der achtmalige DDR-Meister bereits seit 2012 regelmäßig Flüchtlinge zu den Heimspielen ein und will diesen Brauch auch in Zukunft pflegen. "Wir als Sportvereine wollen diesen Menschen zeigen, dass sie nach all dem Leid, das ihnen widerfahren ist, in unserer Mitte willkommen sind", sagte Dynamos Geschäftsführer Robert Schäfer.

Bei einigen Dynamo Fans kommt die Aktion nicht so gut an. Die Anhänger verdeutlichten ihren Ärger auf der Facebook-Seite des Klubs. "Was ist mit den Rentnern und arbeitslosen deutschen Einwohnern die sich ein Ticket nicht mehr leisten können aber euch jahrelang auch finanziell unterstütz haben? Werden die auch mal eingeladen?", fragte ein Fan.

Ein anderer schrieb: "So viele Kinder unter der Armutsgrenze, deren größter Geburtstagswunsch ein Dynamoschal ist, wo jeder Cent gespart wird, um mal ein Spiel live zu erleben. Interessiert keine Sau in diesem Staat. Aber denen, die nichts besseres zu tun haben, als ihre Unterkünfte abzufackeln, unsere Mädchen und jungen Frauen zu begrabchen, zu beleidigen, anzuspucken und zu verängstigen, denen wird auch noch der letzte Zucker in den Arsch geblasen. Armes Deutschland."

Natürlich spricht sich der Großteil für die Aktion des Drittligisten aus. "Gut, Dynamo! Lasst euch von den blöden Nazis hier nicht davon abbringen", schrieb eine Anhängerin. Und gab dem Klub noch eine Empfehlung mit auf den Weg. "Und passt auf die 300 Flüchtlinge im Stadion auf, damit ihnen nichts passiert."

 

(sid)
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