Wegen rassistischer Beleidigung: Jenas Ziegner für fünf Spiele gesperrt
zuletzt aktualisiert: 28.10.2008 - 11:25Frankfurt/Main (RPO). Mittelfeldakteur Torsten Ziegner vom Drittligisten Carl Zeiss Jena ist vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wegen einer rassistischen Beleidigung seines Braunschweiger Gegenspielers Kingsley Onuegbu für fünf Meisterschaftsspiele gesperrt worden.
Der 30 Jahre alte Ex-Kapitän der Thüringer hatte die Rote Karte am Samstag im Spiel bei Eintracht Braunschweig in der 87. Minute von Schiedsrichter Peter Gagelmann (Bremen) erhalten. Der Profi hatte sich bereits nach der Partie beim Nigerianer Onuegbu entschuldigt.
"Es tut mir leid, dass mir diese Unbeherrschtheit passiert ist", erklärte Ziegler in einer Mitteilung seines Vereins: "Ich möchte nochmals versichern, dass es überhaupt nicht meiner Natur entspricht, fremdenfeindlich oder gar rassistisch zu sein."
Böller-Opfer stellt Strafanzeige
Carl Zeiss Jena muss indes seine Stellungnahme zur Böller-Attacke von Braunschweig bis zum Donnerstag beim DFB einreichen. Neben den Thüringern sind auch Gastgeber Eintracht Braunschweig sowie der leicht verletzte Jenaer Ordner Matthias Schau zu einer schriftlichen Aussage aufgefordert worden.
Laut einer Pressemitteilung von Jena wird der 45-jährige Schau, der nach dem Böller-Wurf aus dem Gästefanblock ein Knalltrauma erlitten hatte, Strafanzeige wegen Körperverletzung stellen. Vereinspräsident Peter Schreiber erklärte: "Wir werden mit Hilfe der Fans und dem vorhandenen Bildmaterial alles versuchen, um den Wirrkopf ausfindig zu machen, und ihn dann in Regress zu nehmen. "
Dem früheren Europacupfinalisten droht ein Geisterspiel oder eine Platzsperre. Erst in der vergangenen Woche hatte der DFB nach Ausschreitungen im Ostderby gegen Dynamo Dresden eine Geldstrafe in Höhe von 12.000 Euro verhängt.
Jenaer Anhänger beschwerten sich unterdessen via Internet (www. fansmedia.org) über das Verhalten zweier Bundespolizisten bei der Partie in Braunschweig, diese hätten ihrer Ansicht nach "übermäßig proviziert".
Einer der Polizisten habe ohne ersichtlichen Grund seinen Teleskopschlagstock provokant ausgefahren und damit kurz auf die Gästefans gedeutet. Carl-Zeiss-Boss Schreiber hatte bereits nach der Partie eine Dienstaufsichtsbeschwerde angekündigt.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







