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3. Liga
Dynamo steigt mit Lambertz auf – Krawalle rund ums Spiel

Fotos: Dynamo Dresden feiert den Aufstieg
Fotos: Dynamo Dresden feiert den Aufstieg FOTO: dpa, jew hak
Magdeburg. Dynamo Dresden ist zurück in der 2. Bundesliga: 706 Tage nach dem Sturz in die Drittklassigkeit hat der achtmalige DDR-Meister den sich seit Wochen abzeichnenden Aufstieg perfekt gemacht.

Im brisanten Elb-Klassiker reichte dem Team von Trainer Uwe Neuhaus beim 1. FC Magdeburg ein 2:2 (0:1). Dynamo ist damit bereits vier Spieltage vor Saisonende nicht mehr von einem Aufstiegsrang zu verdrängen. Für den Traditionsklub aus Sachsen, bei dem Ex-Fortuna Andreas "Lumpi" Lambertz durchspielte, ist es die Krönung einer perfekten Saison.

"Pure Freude, dass wir es endlich geschafft haben", sagte Justin Eilers dem MDR, "jetzt wird richtig gefeiert!" Auch Pascal Testroet kündigte ein "großes Fest" und eine "Riesengaudi" an, lediglich Neuhaus gab sich zurückhaltend. "Ich glaube, das kommt noch", sagte der Fußballlehrer.

Dresden tat sich gegen offensive Magdeburger lange schwer. Michel Niemeyer (41.) und Manuel Farrona-Pulido (52.) brachten den FCM mit 2:0 in Führung. Testroet (63.) und Eilers (67.) drehten dann aber mit ihren Toren die Partie und sicherten die Rückkehr in Liga zwei. "Die ersten 60 Minuten vergessen wir mal. Die letzten 30 Minuten, das war Dynamo Dresden. Ich glaube wir sind absolut verdient aufgestiegen", betonte Testroet.

Fotos: Krawalle bei Spiel zwischen Magdeburg und Dresden FOTO: dpa, jew hak

Polizisten bei Krawallen verletzt

Überschattet wurde die Begegnung von Krawallen vor dem Spiel. Nach Angaben der Polizeidirektor Sachsen-Anhalt Nord kam es zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Dresdner Problemfans. Beamte seien durch aggressive Anhänger verletzt worden, twitterte die Polizei. Der Veranstalter entschied daraufhin, 700-Dynamo-Anhängern den Eintritt zu verwehren.

Die Euphorie war schon vor der Begegnung in der ganzen Region spürbar gewesen. Einige Anhänger hatten sogar zwei Tage für Karten für das Magdeburg-Spiel angestanden, 50.000 Tickets hätten die Gastgeber absetzen können. Knapp 10.000 Dresdner Fans feuerten ihre Mannschaft beim Public Viewing im heimischen Stadion an, am Abend sollte dort eine gemeinsame Feier mit der Mannschaft steigen.

Letztendlich war die Begegnung in Magdeburg der Schlusspunkt einer in fast jeglicher Hinsicht überragender Saison. Vor allem dank Trainer Neuhaus. Von Beginn der Saison an setzte sich sein Team in der Spitzengruppe fest - und stand seit dem dritten Spieltag an der Tabellenspitze. Und beruhigte damit auch das als schwierig geltende Dresdner Umfeld. Schon seit Monaten war dem Traditionsklub der Aufstieg eigentlich nicht mehr zu nehmen.

Dabei kennt sich Neuhaus mit Aufstiegen aus. Schon Union Berlin führte er von der 4. in die 2. Liga, ehe er dort 2014 seinen Hut nahm. Mit seiner unaufgeregten und professionellen Art formte der gebürtige Westfale aus seiner Mannschaft ein echtes Team - mit den treffsicheren Stürmern Eilers (20 Tore) und Testroet (18).

Aber auch abseits des Platzes war die Saison für Dynamo ein Erfolg. Der seit lange chronisch klamme Klub konnte am 21. März einen historischen Erfolg vermelden. Erstmals nach fast 25 Jahren ist der Verein schuldenfrei. Eine Grundvoraussetzung für weitere erfolgreiche Zeiten.

(areh/sid)
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