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Aufstieg in die 3. Liga
Toni Schumacher würde gerne wieder nach Meppen fahren

Toni Schumacher würde gerne wieder zum SV Meppen fahren
Toni Schumacher freut sich für den SV Meppen. FOTO: dpa, jgu fdt hak nic
Meppen. Nach 19 Jahren ist der SV Meppen zurück im bezahlten Fußball: Der Traditionsklub, der auch schon Diego Maradona im Emsland begrüßte, ist nach vielen Turbulenzen in die 3. Liga aufgestiegen.

Toni Schumacher muss schmunzeln, als er auf die Aufstiegsparty in der 250 Kilometer entfernten Fußball-Provinz angesprochen wird. "Ich freue mich sehr für den SV Meppen und drücke die Daumen für die nächste Saison", sagte der Torwart-Held und Vizepräsident vom 1. FC Köln dem SID: "Vielleicht gibt es dann ja auch nochmal ein Wiedersehen im DFB-Pokal." Und fügte mit einem Augenzwinkern an: "Dafür fahre ich gerne wieder nach Meppen."

Nach 19 Jahren hat sich der Klub aus dem Emsland am Mittwochabend im bezahlten Fußball zurückgemeldet. Durch ein 4:3 nach Elfmeterschießen im Play-off-Rückspiel der Regionalliga gegen Waldhof Mannheim schaffte das Team von Trainer Christian Neidhart den Sprung in die 3. Liga - und löste in der Region eine Fußball-Euphorie aus. Am Donnerstag trugen sich die Spieler im historischen Ratssaal ins Goldene Buch jener Stadt ein, die Schumacher einst mit einem Satz berühmt machte.

"Ich spiele doch nicht in Meppen, da gehe ich lieber in die Türkei", sagte der Torhüter 1988 nach dem Bundesliga-Abstieg mit Schalke 04 und wechselte fluchtartig zu Fenerbahce Istanbul. Die Antwort aus Meppen folgte prompt: Wenig später parkte ein gelber 40-Tonner mit dem riesengroßen Schriftzug "Das Spielerlebnis SV Meppen, 2.Bundesliga" vor dem Haus von Schumacher in Köln-Hürth. "Die Presse wartete schon", erinnerte sich Spediteur Hans Többe im Gespräch mit der Neuen Osnabrücker Zeitung. 2015 reiste der kölsche Tünn dann schließlich auch nach Meppen, mit seinem FC in der ersten Runde im DFB-Pokal.

Bevor der SV Meppen 1998 in der Bedeutungslosigkeit verschwand, galt der Klub aus dem Emsland als das Sinnbild für die Fußballprovinz. Stets unbequem für den Gegner, immer erfindungsreich auf und abseits des Rasens. Viele Punkte fuhren die Meppener dabei vor eigenem Publikum ein, im Stadion an der Lathener Straße - dort, wo auch schon der große Diego Maradona seine Künste präsentierte.

Im August 1982 war es dem damaligen Fußball-Abteilungsleiter Gerd van Zoest zufällig gelungen, den FC Barcelona um Trainer Udo Lattek für einen Testkick nach West-Niedersachsen zu lotsen. Die Katalanen kamen in Bestbesetzung mit dem frisch verpflichteten Argentinier. Ausnahmezustand in der Fußball-Provinz.

Fünf Jahre später glückte dann der Sprung in die 2. Liga, in der sich der Verein zu einem Fixpunkt entwickelte und von 1987 bis 1998 elf Jahre ununterbrochen hielt. Unter Trainer Horst Ehrmantraut erlebte der SVM seine erfolgreichste Zeit und klopfte in der Saison 1994/95 mit Spielern wie Rainer Rauffmann und Marko Myyry gar ans Tor zur Bundesliga an.

Doch dann folgte der Absturz bis in die Oberliga, 2003 musste der Klub Insolvenz anmelden - der Tiefpunkt. Umso größer war am späten Mittwochabend der Jubel bei den Niedersachsen, als der Mannheimer Sebastian Gärtner mit dem entscheidenden Elfmeter scheiterte und der SV Meppen sein Fähnchen wieder in die Fußball-Landkarte steckte.

"Ich bin total alle, stolz, froh und glücklich", sagte Trainer Neidhart. Schumacher freute sich aus der Ferne mit.

(sid)
 
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