| 19.01 Uhr

Eklat beim Drittliga-Derby
Osnabrück-Profi in zivil schubst Münster-Spieler um

Osnabrück-Profi Merkens stürmt in zivil den Platz
Osnabrück-Profi Merkens stürmt in zivil den Platz FOTO: dpa, hak
Osnabrück. Beim emotional aufgeladenen Drittligaderby zwischen dem VfL Osnabrück und Preußen Münster ist es kurz vor dem Schlusspfiff zu einem Eklat gekommen.

Nach dem späten Ausgleich des VfL zum 2:2-Endstand durch Halil Savran (90.+2) lief Osnabrücks Tom Merkens in Zivilkleidung auf den Platz und stieß Preußen-Kapitän Amaury Bischoff um. Merkens hatte sich vor anderthalb Jahren im Derby bei einem Zweikampf mit Bischoff einen Knöchelbruch zugezogen.

"Ich werde auf eine Privatanzeige gegen Merkens verzichten. Ich hoffe nur, er wird sich bei mir dafür persönlich entschuldigen", sagte Bischoff der Bild-Zeitung: "So wie ich es vor zwei Jahren mehrfach bei ihm getan habe. Obwohl es nie meine Absicht war, ihn zu verletzen."

Dies hat Merkens nun laut VfL-Pressemitteilung auch telefonisch getan und sein Fehlverhalten bedauert. "Auch wenn ich lediglich mit dem Zweck, den Ausgleichstreffer zu bejubeln, mit dem Schlusspfiff auf das Spielfeld rannte, hätte es nicht zu dem Schubser kommen dürfen", sagte er. Bischoff akzeptierte die Entschuldigung.

Trotzdem toleriert der Verein das Verhalten seines Spielers nicht. "Auch wenn Tom lediglich mitjubeln wollte und keine andere Intention verfolgte, hat er einen gegnerischen Spieler weggeschubst. Dieses Verhalten ist unsportlich und steht nicht für die Werte des Fußballs sowie die des VfL Osnabrück", sagte Sportkoordinator Lothar Gans in einer Erklärung. Für sein Fehlverhalten wurde Merkens zudem mit einer "disziplinarischen Strafe" belegt.

Dem VfL droht erneut eine empfindliche Strafe. Bereits Anfang August hatten die Niedersachsen für Negativ-Schlagzeilen gesorgt, als das DFB-Pokalspiel gegen RB Leipzig aufgrund eines Feuerzeugwurfs aus dem Osnabrücker Fanblock gegen Schiedsrichter Martin Petersen abgebrochen wurde. Das Spiel wurde schließlich am grünen Tisch für die Sachsen gewertet. Der VfL wurde mit einem Zuschauer-Teilausschluss belegt.

Gegen Münster waren aus Sicherheitsgründen keine Auswärtsfans zugelassen, das Spiel verfolgten 8590 Zuschauer im Stadion an der Bremer Brücke. Der erneute Zwischenfall machte VfL-Präsident Hermann Queckenstedt betroffen. "Auch wenn es eine Vorgeschichte gibt. So etwas wie heute darf es auf keinen Fall geben", sagte der Funktionär: "Ich habe dem Spieler Bischoff mein großes Bedauern zum Ausdruck gebracht."

Schiedsrichter Bastian Dankert, der das Spiel erst unterbrach und kurz später abpfiff, notierte die Szene im Spielberichtsbogen. "Ich habe unmittelbar nach Abpfiff eine mir unbekannte Person auf den Rasen laufen und den Spieler Bischoff umstoßen sehen", sagte Dankert: "Genauso habe ich es auch aufgeschrieben."

(sid)
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