1. Bundesliga 16/17
| 08.15 Uhr

Krisengipfel nach "Penis-Affäre"
Effenberg darf nach Eklat weiterarbeiten

Porträt: Stefan Effenberg: Vom Bayern-Star zum erfolglosen Trainer-Novizen
Porträt: Stefan Effenberg: Vom Bayern-Star zum erfolglosen Trainer-Novizen FOTO: dpa, ho nic
Düsseldorf/Belek. Paderborns Klub-Boss zitierte den Coach zum Krisengipfel. Stürmer Proschwitz wurde gefeuert. Von Patrick Scherer

Nach dem Eklat im Trainingslager des Zweitligisten SC Paderborn standen gestern auch Konsequenzen für Trainer Stefan Effenberg im Raum. Klub-Präsident Wilfried Finke bat den 47-Jährigen fünfstündigen Krisengespräch. Auch Geschäftsführer Michael Born musste sich erklären. Finke sagte danach der "Sport Bild": "Ich bin froh, dass sich die Vorwürfe gegen Stefan Effenberg und Michael Born aufgelöst haben und zudem als ungerecht einzustufen sind."

Am letzten Abend des Trainingslagers im türkischen Belek soll Stürmer Nick Proschwitz in der Nacht zu Sonntag eine Frau sexuell belästigt und dabei sowohl sein Geschlechts- als auch sein Hinterteil entblößt haben. Redakteure der "Neue Westfälische" waren nach eigenen Angaben Zeugen des Vorfalls.

Die betroffene Frau, eine Mitarbeiterin der Agentur Match IQ, die für den SCP das Trainingslager organisiert hatte, relativierte den Vorfall gestern: "Sexuell belästigt worden bin ich zu keinem Zeitpunkt, das sei hier noch einmal definitiv gesagt", sagte die Frau. "Davon, dass ein Paderborner Spieler eintrat, in zwei Metern Abstand an seiner Hose zog und sofort wieder ging, nahmen wir kaum Notiz."

Der 29-jährige Spieler wurde dennoch fristlos entlassen. "Nick Proschwitz wird das Trikot des SC Paderborn nicht mehr tragen. Das ist die wesentliche Nachricht des Tages", sagte Finke auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz gestern Abend.

Am Morgen sah es noch danach aus, dass auch Effenberg bei den Ostwestfalen keine Zukunft mehr haben könnte. Vor zwei Wochen hatte Finke dem Trainer zwar trotz der schlechten sportlichen Situation (Platz 16 in der Tabelle) das Vertrauen ausgesprochen. Gestern klang das zunächst anders: "Dass man im Licht der aktuellen Erkenntnisse alle Aussagen, die getätigt worden sind, infrage stellen muss, ist nach den Vorkommnissen in Belek klar."

Am Abend sprach Finke dann von "sehr vertrauensvollen" Gesprächen mit Effenberg und Born und erklärte: "Tatsache ist, dass die Herrschaften nicht dabei waren und keine Kenntnis davon hatten. Die Bettruhe war um 1 Uhr, der Trainer, die Co-Trainer und auch Michael Born haben diese Bettruhe eingehalten. Wir konnten bei der Befragung nicht den Ansatz einer Unregelmäßigkeit feststellen."

Quelle: RP
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