1. Bundesliga 16/17
| 15.25 Uhr

Trainerlizenz nicht mehr gültig
Effenberg: "Ich habe zumindest einen Bootsschein"

Porträt: Stefan Effenberg: Vom Bayern-Star zum erfolglosen Trainer-Novizen
Porträt: Stefan Effenberg: Vom Bayern-Star zum erfolglosen Trainer-Novizen FOTO: dpa, ho nic
Paderborn. Langweilig wird es dem SC Paderborn mit Trainer Stefan Effenberg jedenfalls nicht. Der 47-Jährige ist allerdings sportlich nicht sonderlich erfolgreich und muss jetzt auch für den Erhalt seiner Trainerlizenz nachsitzen.

Seinen Humor hat Stefan Effenberg zumindest nicht verloren. "Ich habe keinen Führerschein, ich habe keinen Trainerschein, aber zumindest einen Bootsschein und einen guten Stoffwechsel", sagte der alles andere als erfolgreiche Trainer-Novize des Fußball-Zweitligisten SC Paderborn vor dem torlosen Remis beim Karlsruher SC bei Sky und fügte hinzu: "Im Ernst: Ich werde das nachholen, das wird am Montag passieren."

Ein Zweitliga-Coach, der nachsitzen muss, um den Erhalt seiner Trainerlizenz zu gewährleisten - ein eher ungewöhnlicher Vorgang. Effenberg, der erst unlängst wegen Fahrens unter Alkoholeinfluss bei der Wiesn im vergangenen Jahr in München den Führerscheinentzug und einen Strafbefehl akzeptierte, hatte im März 2012 die Fußballlehrerlizenz erworben.

Laut DFB-Ausbildungsordnung verlangt der Verband von seinen Trainern auf höchstem Niveau, dass sie innerhalb von drei Jahren 20 Lerneinheiten an Fortbildungen nachweisen müssen. Das hat der Mann, der einst wegen seines Stinkefingers aus dem WM-Kader bei der Weltmeisterschaft 1994 in den USA geworfen wurde, nicht getan.

Beim Bund Deutscher Fußballlehrer (BDFL) ist man alles andere als erfreut. "Ich bin der Meinung, dass die Trainer nur arbeiten sollten, wenn sie auch eine gültige Lizenz haben. Es gibt genug Möglichkeiten, die 20 Stunden zu absolvieren", sagte BDFL-Chef Lutz Hangartner in der Sport Bild.

Immerhin konnte Effe mit dem SCP in Wildpark erneut punkten, allerdings ist die Torflaute der Ostwestfalen dramatisch und die Abstiegsangst weiterhin groß. In den letzten sieben Spielen gelang nur ein einziges Törchen. Das zwölfte Spiel in Folge ist das Effenberg-Team ohne Sieg geblieben. Mit 19 Punkten rangiert der Bundesliga-Absteiger weiter auf dem vorletzten Tabellenplatz.

Effenberg versucht, Optimismus zu versprühen. Er hofft, dass sein Team den Bock im nächsten Heimspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth am Samstag (13.00 Uhr/Sky) umstoßen wird. "Die Messe ist noch nicht gelesen. Abgerechnet wird zum Schluss", sagte der Ex-Nationalspieler.

Paderborns Alleinherrscher, Präsident Wilfried Finke, hatte zuletzt dem Coach das Vertrauen ausgesprochen - trotz der mageren Punkteausbeute Effenbergs, der seine erste Stelle im Profigeschäft beim SCP angetreten hat. "Wir halten an ihm fest. Dafür nehmen wir notfalls auch den Abstieg in Kauf", hatte der mächtige Vereinsboss nach dem Bielefeld-Spiel (1:1) am 21. Februar dem SID gesagt. Danach gab es das 0:1 gegen Tabellenführer und RB Leipzig und die Nullnummer beim KSC.

(sid)
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