Beckenbauer wirbt in Argentinien für Fußball-WM 2006: "Ein Geschenk für den Ostteil Deutschlands"
zuletzt aktualisiert: 10.02.2000Buenos Aires (dpa). Franz Beckenbauer hat in Buenos Aires kräftig die Werbetrommel für die deutsche Bewerbung um die Fußball- Weltmeisterschaft 2006 gerührt. "Wenn wir Schwächen hätten, dann hätten wir uns gar nicht erst beworben", sagte der Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am Mittwoch (Ortszeit) nach Gesprächen mit dem Vorsitzenden des argentinischen Fußballverbandes AFA, Julio Grondona, bei einer Pressekonferenz. Deutschland sei der "beste Austragungsort" für die WM.
Als Präsident des deutschen Bewerbungskomitees betonte Beckenbauer jedoch, Deutschland habe mit Brasilien, England, Südafrika und Marokko vier "starke Kokurrenten". Alle Bewerber hätten "bei diesem Roulette" noch gute Chancen. "Wir hoffen neben unserer guten Bewerbung auch auf das notwendige Maß an Glück", sagte Beckenbauer.
Auf Unterstützung der deutschen Bewerbung durch Argentinien rechnet Beckenbauer nach eigenen Worten jedoch nicht. "Da es einen Bewerber vom amerikanischen Kontinent gibt, gehen wir davon aus, dass die Stimmen Südamerikas zu Brasilien gehen", sagte er. "Das ist ganz normal." Die Entscheidung fällt am 6. Juli in Zürich bei der Abstimmung der 24 Mitglieder des Exekutivkomitees der FIFA.
Beckenbauer verwies auf die Vorteile Deutschlands als Austragungsort. Er hob das "deutsche Organisationstalent" hervor, das sich schon bei der Weltmeisterschaft 1974 und der Europameisterschaft 1986 bewährt habe. Außerdem sei Deutschland wirtschaftlich und politisch stabil und verfüge über eine ausgezeichnete Infrastruktur. Auch die Fußballstadien entsprechen den Anforderungen der FIFA.
Zur Frage, ob die WM nicht aus Gründen der Gerechtigkeit zum ersten Mal auf dem afrikanischen Kontinent ausgetragen werden sollte, antwortete Beckenbauer, "irgendwann" müsse das natürlich geschehen. "Wir bewerben uns für 2006 und danach kann Afrika eine WM ausrichten", sagte der Präsident des deutschen Rekordmeisters FC Bayern München.
Der Weltmeister von 1974 betonte auch die Bedeutung für die neuen Bundesländer. "Es wäre das erste Mal, dass das vereinte Deutschland eine Fußballweltmeisterschaft ausrichten kann", betonte er. "Das wäre ein Geschenk für den Ostteil Deutschlands, der 1974 ausgesperrt blieb", meinte Beckenbauer. Außerdem sei Deutschland als Austragungsort auch für osteuropäische Fußballfans gut und relativ billig zu erreichen. Beckenbauer wollte zur Fortsetzung seiner Mission nach Paraguay weiter fliegen.
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