Bundesligist bangt um die Lizenz: Eintracht braucht Geldspritze
zuletzt aktualisiert: 01.03.2000 - 23:33Frankfurt/Main (dpa). Die Geldspritze für Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt zum Überleben muss erheblich größer ausfallen als bisher angenommen. Nach den neuesten Zahlen, die Frankfurts Sportdezernentin Sylvia Schenk am vergangenen Donnerstag erhielt, benötigen die Hessen weitaus mehr als die bisher genannten 25 Millionen Mark, um für die kommende Saison die Lizenz vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) zu erhalten.
"Es ist mehr als bisher in den Zeitungen stand", sagte Schenk am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Frankfurt. Die Abgabefrist der Unterlagen läuft für Frankfurts Traditionsverein am 15. März ab. Die politische Führung der Stadt Frankfurt lässt nichts unversucht, um das Aushängeschild der Stadt vor dem Absturz in die Viertklassigkeit zu bewahren. Daher wurde das jetzt laufende Verfahren für den Neu- oder Umbau des Waldstadions aufgehoben, um die Planungsphase abzukürzen. "Wenn die Eintracht keine Lizenz erhält, wird es keine Bewerber für das Stadion geben", begründete Schenk den Rettungsversuch.
Das Bauvorhaben soll nun bereits im Sommer 2004, eventuell sogar schon Ende 2003 abgeschlossen sein, um dem Betreiber schon früher eine Rendite zusichern zu können. Aussichtsreichster Kandidat ist derzeit der Sport-Verwalter IMG, der der Stadt ein Betreiberkonzept und auch dem Erstligisten ein Beteiligungsangebot unterbreitet hat. Partner von IMG ist der Baukonzern Hochtief. Die Gespräche seien schon weit gediehen. "Aber unterschrieben ist noch nichts", sagte Schenk. Sie hat auch Kontakt zu den anderen, noch vorhandenen Bewerbern aufgenommen. Diese sollen nochmals die Chance erhalten nachzulegen. Schenk glaubt, dass die Finanzlücke der Hessen nicht noch größer werden wird.
Ein Fragezeichen steht aber hinter den Verstößen gegen die Lizenzauflagen, die die Frankfurter unter dem früheren Präsidenten Rolf Heller begangen haben. Hier drohen noch Strafauflagen des DFB. Bis zum Wochenende soll geklärt werden, mit wem die Stadt und die Eintracht künftig zusammenarbeiten werden. Die städtischen Behörden stehen mächtig unter Druck, nachdem sich die politische Konstellation in Frankfurt verändert hat. Wegen des Spendenskandals hatte die SPD die Zusammenarbeit mit der CDU und Oberbürgermeisterin Petra Roth aufgekündigt. Für Großvorhaben soll allerdings eine Ausnahme gelten. Bisher ist lediglich ein Umbau der Arena beschlossene Sache.
Die genehmigten Kosten sollen sich auf gut 125 Millionen belaufen. Diese Summe soll auch nicht erhöht werden. Dazu kämen Beteiligungen vom Land Hessen und vom Umlandverband, geschätzt zwischen 20 und 40 Millionen Mark. Der Rest müsste auf anderem Wege finanziert werden. Das Modell von IMG mit einem schließbaren Dach soll für gut 220 Millionen Mark machbar sein. Aber ohne den Bundesligisten Eintracht Frankfurt läuft nichts.
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