1. Bundesliga 16/17
| 18.25 Uhr

Zurück zur alten Liebe
Offiziell: Veh wieder Trainer in Frankfurt

Das ist Armin Veh
Das ist Armin Veh FOTO: dpa, brx jhe
Frankfurt/Main. Alte Liebe rostet nicht: Armin Veh kehrt tatsächlich auf die Trainerbank des Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt zurück. Wie die Hessen am Sonntagabend mitteilten, unterzeichnete der 54-Jährige einen Vertrag bis zum 30. Juni 2017.

"Eintracht Frankfurt war und ist für mich eine besondere Aufgabe. Ich werde alles versuchen, um die Mannschaft in eine positive Zukunft zu führen", sagte Veh, als die seit einigen Tagen erwartete Rückkehr offiziell war.

Veh hatte die "launische Diva vom Main" bereits von 2011 bis 2014 als Chefcoach äußerst erfolgreich geführt. Nach dem Aufstieg in die höchste deutsche Spielklasse im ersten und dem sensationellen Einzug in die Europa League im zweiten Jahr verließ er Frankfurt mangels Perspektiven aber nach dem dritten Jahr in Richtung VfB Stuttgart.

"Es wird hier super gearbeitet, und ich verstehe mich mit allen prima", hatte Veh damals zur Situation in Frankfurt gesagt: "Aber es sind eben Grenzen da, das sind nicht meine Ziele. Ich will nicht immer dem Gegner gratulieren."

Spektakuläre Trainer-Comebacks in Deutschland FOTO: dpa, hrad nic hak nic

Nun wird er also Nachfolger seines eigenen Nachfolgers Thomas Schaaf, der Frankfurt in der vergangenen Saison mit teilweise spektakulären Partien auf den neunten Platz geführt hatte - auch wegen "nicht nachvollziehbarer Anschuldigungen und Unterstellungen in den Medien" aber nach nur 329 Tagen das Handtuch warf.

Eine ähnliche Kampagne dürfte Veh auch bei seiner zweiten Amtszeit nicht erwarten - zu groß ist die Wertschätzung in der Mainmetropole für den gebürtigen Augsburger, zu eng verbunden die jüngsten Erfolgserlebnisse mit dem Schwaben.

Weil er darüber hinaus ein glänzendes Verhältnis zum Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen und Sportdirektor Bruno Hübner pflegt, setzte er sich im Frankfurter Trainercasting letztlich gegen namhafte Kandidaten wie Tayfun Korkut, den Neu-Schalker Andre Breitenreiter oder Sascha Lewandowski (Nachwuchs-Cheftrainer bei Bayer Leverkusen) durch. Entgegen früheren Engagements unterschrieb Veh diesmal nicht nur für ein Jahr, sondern gleich für zwei Spielzeiten. Damit dürften auch Spekulationen verstummen, dass er bereits im kommenden Sommer Bruchhagen als Vorstandsvorsitzenden beerben könnte.

"Wir haben mit mehreren Trainerkandidaten gute Gespräche geführt. Ausschlaggebend für die Wahl von Armin Veh war, dass er neben seinen sportlichen Qualitäten, die unbestritten sind, die Fähigkeit besitzt, in diesem Verein integrativ zu wirken", sagte Bruchhagen. Zuletzt war Mirko Slomka in Frankfurt gesichtet worden - Veh war jedoch die logische und für die Eintracht vor allem sicherste Lösung.

Der Stuttgarter Meistertrainer von 2007 hat bereits bewiesen, dass er im nicht immer einfachen Frankfurter Umfeld trotz finanziell begrenzter Möglichkeiten erfolgreich arbeiten kann. Unvergessen sind beispielsweise noch immer die Szenen nach dem Europa-League-Spiel in Bordeaux, als Veh von 12.000 Anhängern frenetisch gefeiert worden war und vor der Fankurve eine riesige Eintracht-Fahne schwenkte.

"Ich musste mich schon zusammenreißen, um kein Wasser in die Augen zu bekommen", sagte Veh über die Szenen: "Das war schon sehr bewegend." Die Rückkehr zu seiner alten Liebe war vielleicht auch deshalb eine Entscheidung des Herzens.

(sid)
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