1. Bundesliga 16/17
| 13.02 Uhr

Trainer offiziell vorgestellt
Veh zurück in Frankfurt: "Möchte ein bisschen träumen"

Fotos: Armin Veh bei Frankfurt vorgestellt
Fotos: Armin Veh bei Frankfurt vorgestellt FOTO: afp, vel
Frankfurt/Main. Ein bisschen mehr Geld und der Traum von europäischen Sternstunden: Mit sympathischer Ehrlichkeit hat Trainer Armin Veh bei seiner offiziellen Vorstellung die Beweggründe für die Rückkehr zum Bundesligisten Eintracht Frankfurt erklärt.

"Es sind zwar keine Unsummen, die uns nun mehr zur Verfügung stehen, aber damit lässt sich etwas bewegen", sagte der 54-Jährige am Montag: "Ich möchte schon ein bisschen träumen können und etwas erreichen, das nicht jeder erwartet."

Veh, der die "launische Diva vom Main" bereits von 2011 bis 2014 äußerst erfolgreich an die Hand genommen hatte, unterzeichnete am Sonntag einen Vertrag bis zum 30. Juni 2017 ohne Ausstiegsklausel - und wollte damit offenbar auch ein Zeichen setzen. "Ich habe nicht vor, die Eintracht wieder zu verlassen", sagte der Coach, der sich vor einem Jahr mangels Perspektiven in Richtung VfB Stuttgart verabschiedet hatte. Auch ein mögliches Engagement als Nachfolger des scheidenden Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen schloss er (vorerst) aus: "Ich bin noch nicht so weit, um das zu tun. Ich lebe von den Emotionen und möchte daher am Platz stehen", sagte Veh.

Den Akku, der dafür notwendig sei, habe er in den vergangenen Monaten nach dem Rücktritt in Stuttgart jedenfalls wieder aufgeladen. "Ich habe viele schöne Dinge gemacht", erklärte der zweifache Familienvater: "Ich bin wieder frisch und habe die Energie, die es benötigt, um einen Verein voranzubringen."

Überhaupt wirkte der gebürtige Augsburger entspannt und voller Tatendrang. Zwei Minuten früher als geplant trat er in den "Raum Gold 2" des Lindner Hotels, der angesichts des großen Medieninteresses aus allen Nähten platzte. Die Fotografen forderte er scherzhaft auf, "wegen der Falten" nicht zu nahe zu kommen - dabei präsentierte sich Veh doch braungebrannt und sichtlich erholt.

Wohl auch deshalb setzten die Verantwortlichen ihre Hoffnung auf eine rosige Zukunft voll und ganz in den neuen, alten Heilsbringer. "Ich verbinde mit Armin drei Jahre mit sehr viel Erfolg", sagte Sportdirektor Bruno Hübner: "Wir wollen auf dem Fundament der vergangenen Saison aufbauen und den nächsten Schritt machen." Bruchhagen war sich bereits sicher, dass dies gelingen werde: "Ich blicke der neuen Saison mit Optimismus entgegen."

Vehs Rückkehr kam daher nicht wirklich überraschend, sie war vielmehr die sicherste Lösung der Frankfurter nach ihrem intensiven Trainercasting. Kandidaten wie Tayfun Korkut, der Neu-Schalker Andre Breitenreiter oder Sascha Lewandowski (Nachwuchs-Cheftrainer bei Bayer Leverkusen) hätten laut Bruchhagen "einen ausgezeichneten Eindruck hinterlassen", wirklich überzeugen konnte aber wohl nur Veh.

Dessen erste Amtszeit war in den Verhandlungen dann wohl auch so etwas wie ein Faustpfand. Unvergessen sind beispielsweise noch immer jene Momente von Bordeaux, als Veh nach dem Europa-League-Spiel eine riesige Eintracht-Fahne schwenkte und von 12.000 Fans frenetisch gefeiert worden war.

"Das war eine Zeit, die ich nie vergessen werde. Das war emotional überragend", sagte Veh am Montag rückblickend. Solche Erlebnisse könne man jedoch ebenso wie das Vertrauen der Fans "nicht mit Worten gewinnen, sondern nur mit Taten." Zeit, diese folgen zu lassen, hat er jetzt jedenfalls.

(sid)
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