1. Bundesliga 16/17
| 18.47 Uhr

"Es ist eine schwere Stunde"
Bei Eintracht Frankfurt schwindet die Hoffnung

Das Restprogramm der Abstiegskandidaten
Das Restprogramm der Abstiegskandidaten FOTO: dpa, ade hpl
Frankfurt/Main. Nach der bitteren Pleite im Abstiegskampf gegen 1899 Hoffenheim herrscht bei Eintracht Frankfurt Untergangsstimmung. Beim Verlierer des Spieltages gibt es nur noch wenig Hoffnung.

Das Gesicht von Heribert Bruchhagen sprach Bände. "Wie haben die anderen gespielt?", fragte der Vorstandsboss von Eintracht Frankfurt unmittelbar nach dem nächsten bitteren Rückschlag mit leiser Stimme - und schüttelte bei der Antwort nur noch resignierend den Kopf. Durch das 0:2 (0:0) gegen 1899 Hoffenheim und die Erfolge der anderen Abstiegskandidaten der Bundesliga schwindet bei den Hessen so langsam aber sicher auch der letzte Funken Hoffnung.

"Es ist eine schwere Stunde", sagte der sichtlich angeschlagene Bruchhagen: "Es macht jetzt keinen Sinn zu spekulieren. Wir wissen, wie schwer es wird und können alle die Tabelle lesen."

Gellende Pfiffe der Eintracht-Fans

Und die spricht gegen den Traditionsverein: Mit nur 27 Punkten bleibt Frankfurt Vorletzter, der Abstand zum rettenden Ufer wuchs fünf Spieltage vor Schluss auf drei Zähler an. Die wütenden Fans in der Arena quittierten den wieder viel zu harmlosen Auftritt der "Torlos-Eintracht" mit gellenden Pfiffen.

"Was soll ich jetzt machen? In den Urlaub fahren?", blaffte Mittelfeldspieler Stefan Aigner genervt auf die erwartete Frage nach den Chancen auf den Klassenerhalt. Dann folgten Durchhalteparolen. "Wir haben noch alle Möglichkeiten und geben nicht auf", sagte er: "Wir geben solange Gas, bis nichts mehr geht." Vor allem aber braucht die Eintracht endlich mal wieder ein Tor.

Nur zweimal in den vergangenen acht Spielen traf ein Frankfurter Profi, der verletzte Torjäger Alexander Meier wird seit Wochen schmerzlich vermisst. Auch gegen Hoffenheim "haben wir das wieder versäumt", sagte Bruchhagen: "Wir können nur darauf aufbauen, dass die Mannschaft gewinnen wollte. Wir haben einfach kein Glück und dürfen nicht resignieren."

Niko Kovac: "Nervt verdammt"

Die Spielanlage des Tabellen-17. am Samstag war tatsächlich besser. Die erste halbe Stunde lang dominierten die Gastgeber vor 51.000 Zuschauern und setzten die Kraichgauer, die mit dem Sieg den erhofften Befreiungsschlag landeten, immer wieder unter Druck. Die Tore aber erzielten dann die eingewechselten Hoffenheimer Nadiem Amiri (62.) und Mark Uth (90.).

"Diese Niederlage nervt verdammt", sagte der neue Trainer Niko Kovac: "Aber die Mannschaft müht sich und hat sich in allen Teilen verbessert - außer beim Toreschießen. Leider passiert dann das, was passiert, wenn man unten steht. Es fehlt das Quäntchen Glück."

Der kroatische Coach rechnet mit einer "engen Geschichte bis zum letzten Spieltag". Es sei "noch nichts verloren", sagte Kovac. Allerdings warten auf die Eintracht unter anderem noch schwere Auswärtsspiele in Leverkusen und beim Lokalrivalen Darmstadt 98. Am letzten Spieltag könnte es zum absoluten Endspiel bei Werder Bremen kommen.

Etwas entspannter kann dagegen Hoffenheim in den Saisonendspurt gehen. Durch die "Big Points" am Main vergrößerte der Tabellen-14. den Vorsprung auf den Relegationsplatz auf drei Punkte. "Wir haben ein paar Konterchancen bekommen, von denen wir Gott sei dank zwei nutzen konnten", sagte Trainer Julian Nagelsmann, der den Sieg mit Amiri und Uth quasi eingewechselt hatte: "Wir waren nicht zwei Tore besser - aber sind trotzdem glücklich, hier gewonnen zu haben."

(areh/sid)
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