1. Bundesliga 16/17
| 15.14 Uhr

Wutrede
Veh droht Profis mit Rauswurf

Das ist Armin Veh
Das ist Armin Veh FOTO: dpa, brx jhe
Nach nur einem Sieg aus den vergangenen zwölf Pflichtspielen hat Trainer Armin Veh den Profis von Eintracht Frankfurt ordentlich die Leviten gelesen.

"Papi Armin" hat auf den Tisch gehauen, der Haussegen bei Eintracht Frankfurt hängt schief. "Man kann nicht verlangen, dass immer der Papi alles rettet", polterte der frustrierte Trainer Armin Veh, der den Familienfrieden beim taumelnden Bundesligisten kurz vor Weihnachten mit einem Gefühlsausbruch massiv gestört hat. Dabei drohte der Coach den Profis sogar mit dem Rauswurf: "Eins ist klar: Ich werde hier nicht gehen, da gehen eher ein paar Andere."

Nach nur einem Sieg aus den vergangenen zwölf Pflichtspielen, der erschreckend schwachen Vorstellung am Sonntag beim 0:1 (0:1) im Hessenderby gegen Aufsteiger Darmstadt 98 und dem Absturz auf den 13. Rang (nur ein Punkt Vorsprung auf den Relegationsplatz) ist Veh der Kragen geplatzt.

"Ich bin so richtig angefressen. Ich will keine Erklärungen mehr", sagte der 54-Jährige, der vor allem seine angeblichen Führungsspieler in die Pflicht nahm: "Von denen verlange ich, dass sie eine Reaktion zeigen, dass sie Verantwortung übernehmen. Sie müssen jetzt ein anderes Gesicht zeigen."

Veh schließt Rücktritt aus

Gleichzeitig gab Veh einen tiefen Einblick in sein Seelenleben. "Ich leide wie ein Hund. Ich habe zurzeit keine Freude und ich kann auch keine Freude vermitteln. Das gehört sich auch nicht, denn sonst lachen wir uns in den Abstieg", sagte der frühere Meistertrainer des VfB Stuttgart, der trotz seines Ärgers die Brocken nicht hinwerfen möchte: "Ich bin nicht müde. Ich höre hier nicht auf."

Genau diese Befürchtungen waren zuletzt laut geworden. Schließlich trat Veh, der mit seinem Team am Sonntag bei Borussia Dortmund antreten muss (17.30 Uhr/Live-Ticker), vor rund einem Jahr beim VfB in einer ähnlichen Situation zurück. Doch diesmal will der Coach, der vor der Saison an den Main zurückgekehrt war, nicht so schnell aufgeben.

"Wir sind nicht blauäugig, wir wissen um die Situation. Aber wir sind auch nicht am Ende", sagte Veh, der im Winter mindestens drei neue Spieler holen möchte: "Wenn wir es laufen lassen würden, wäre das ein katastrophales Zeichen. Wir müssen etwas ändern. Wir werden uns neu aufstellen. Wir brauchen einen neuen Geist."

Manager Bruno Hübner sprang Veh zur Seite. "Wir nehmen die Mannschaft in die Verantwortung. Die Leistungsträger müssen eine Leistung zeigen, die Eintracht Frankfurt gerecht wird", sagte der Sportchef, nach der Winterpause will er eine neue Eintracht sehen: "Wir werden den Reset-Knopf drücken und mit frischem Blut und einer anderen Konkurrenzsituation neu starten."

(sid)
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