1. Bundesliga 16/17
| 12.49 Uhr

Eintracht in Abstiegsgefahr
Fans fordern Rauswurf – Veh reagiert mit Humor

Das ist Armin Veh
Das ist Armin Veh FOTO: dpa, brx jhe
Eintracht Frankfurt muss nach der 0:2-Niederlage bei Hertha BSC mehr denn je um den Klassenerhalt bangen - und Trainer Armin Veh um seinen Job.

Bei den mitgereisten Eintracht-Fans war das Maß voll. Als sich die Frankfurter Spieler nach dem enttäuschenden 0:2 (0:0) im Auswärtsspiel bei Hertha BSC zaghaft dem Gästeblock näherten, schlug ihnen blanke Wut entgegen. "Absteiger, Absteiger", skandierten die Anhänger. Auch Trainer Armin Veh kam nach dem Abrutschen auf den Relegationsrang nicht mehr ungeschoren davon: "Armin raus! Armin raus!"

Veh geht früher in die Kabine

Veh reagierte mit Humor auf die Sprechchöre. "Ich gehe immer ein bisschen früher in die Kabine, damit ich so etwas nicht höre", sagte der 55-Jährige schmunzelnd. Doch mit Charme allein wird Veh seinen Job nicht retten können. Nach dem sechsten Spiel in Folge ohne Sieg steht der frühere Meistertrainer des VfB Stuttgart enorm unter Zugzwang. Eine Niederlage im Heimspiel am Samstag (15.30 Uhr/Live-Ticker) gegen Aufsteiger FC Ingolstadt dürfte Vehs zweite Amtszeit in Frankfurt vorzeitig beenden.

"Natürlich wird der Druck größer, aber damit muss man umgehen", sagte Veh. Durch die Siege der Abstiegskonkurrenten Werder Bremen und 1899 Hoffenheim ist die Situation sogar noch prekärer als befürchtet. "Wir müssen zu Hause punkten, wenn wir die Klasse halten wollen", forderte Veh: "Aber wir müssen trotzdem sehen, dass wir nicht verkrampfen."

Das gilt vor allem vor dem gegnerischen Tor, denn der Tabellen-16. ist seit drei Spielen ohne eigenen Treffer. Das Fehlen des am Knie verletzten Alex Meier (12 Saisontore) war in Berlin deutlich spürbar. "Vor einiger Zeit waren wir zu löchrig im Mittelfeld, das haben wir abgestellt. Aber dafür ist uns die Torgefährlichkeit abgegangen", meinte Linksverteidiger Bastian Oczipka.

Veh hadert mit dem Schiedsrichter

Veh haderte nach der Niederlage im Berliner Olympiastadion zudem mit den Schiedrichter-Entscheidungen. "Knut Kircher ist ein guter Schiedsrichter, aber nach vier Minuten hätte er eine klare Rote Karte zeigen müssen. Dann spielen wir hier 86 Minuten in Überzahl. Und vor dem 0:1 war es Abseits", sagte der Eintracht-Coach.

Herthas Mittelfeldspieler Vladimir Darida hatte in der Tat Glück, dass er nach einem taktischen Foul gegen den enteilten Marco Fabian nur die Gelbe Karte sah. Die Frankfurter hatten Rot für eine Notbremse gefordert. Vor dem ersten Gegentreffer durch Mitchell Weiser (63.) hatte Salomon Kalou, Torschütze zum 2:0 (78.), im Abseits gestanden.

Die rund 2000 Eintracht-Fans wollten die Fehlentscheidungen aber nicht als Ausreden gelten lassen, sie ließen ihrem Frust freien Lauf. "Sie sind sehr unzufrieden, enttäuscht, verärgert - aber all das sind wir auch", sagte Oczipka.

(sid)
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