| 20.21 Uhr

"CR7" gegen "Bales"
Duell der Offensivkünstler

Cristiano Ronaldo gegen Gareth Bale: Duell der Offensivkünstler
Cristiano Ronaldo und Gareth Bale spielen gemeinsam bei Real Madrid. FOTO: dpa, sam hpl
Paris . Gareth Bale vs. Cristiano Ronaldo. Das Duell der Offensivkünstler ist das beherrschende Thema vor dem Halbfinale zwischen Wales und Portugal.

Als die walisischen Fans ihren Halbfinal-Rausch ausgeschlafen hatten, da schickte Cristiano Ronaldo eine unmissverständliche Botschaft. "Preparation", Vorbereitung also, schrieb Portugals Superstar über ein Foto von sich, hochkonzentriert auf dem Trainingsplatz. Sekunden später brach in den sozialen Netzwerken der Streit los: Wer ist besser? Ronaldo - oder Wales-Anführer Gareth Bale? Nach dem EM-Halbfinale wird man es wohl wissen.

Selten konzentrierte sich in der EM-Geschichte alles so auf zwei Spieler wie vor dem Duell am Mittwoch (21.00 Uhr/Live-Ticker) zwischen Portugal und Wales in Lyon. Ronaldo gegen Bale, "CR7" gegen "Bales" - es wird ein Duell zweier Mannschaftskollegen beim spanischen Champions-League-Sieger Real Madrid, die sich zu allem Überfluss nicht leiden können. Angeblich.

"Es ist das Spiel Portugal gegen Wales - mehr nicht", sagte Bale, schon leicht verärgert, nach dem Viertelfinalsieg gegen Belgien (3:1) am Freitag. Mehr wollte der 26-Jährige zu dem Thema nicht sagen, jedes Wort war zu viel. Ob er mit Ronaldo in Kontakt steht? Kein Kommentar.

Dafür stellte Bales Teammanager Chris Coleman am Sonntagabend klar: "Die beiden gehören zu den besten Spielern der Welt. Sie kennen sich sehr gut - aber beide Mannschaften werden die Freundschaft in dieser Nacht ruhen lassen." Die müsse bis zum Abpfiff warten.

Bislang spricht die EM für sich: Bale traf in Frankreich schon dreimal, er trug seine Mannschaft fast alleine. Ronaldo traf einmal weniger, er hatte Probleme. Dafür entschied der Portugiese bislang alle Duelle für sich, wenn die beiden Ausnahmekönner sich mal als Gegner auf dem Rasen begegnet sind. In Lyon wird es das erste Mal im Nationaltrikot sein.

"Das goldene Duell", schrieb die spanische Sportzeitung Marca am Sonntag und zeigte in einem Video Ronaldos vier Siege (mit Manchester United und Real) gegen Bale, der damals für Tottenham Hotspur spielte. "In Spanien ist das sicher ein Thema", sagte Portugals Trainer Fernando Santos: "Aber uns interessiert das nicht. Ich glaube nicht, dass es ein entscheidender Faktor für das Spiel wird."

Der Coach nahm seinen Superstar erneut in Schutz. "Man kann nicht den Cristiano aus Madrid mit dem Cristiano bei der Nationalmannschaft vergleichen", sagte Santos: "Bei uns ist er ein Vorbild als Kapitän. Ein Vorbild, dem die Mannschaft folgen muss, wenn sie gewinnen will."

In Madrid wird gerne die Legende des eingeschnappten Ronaldo erzählt. Der Portugiese sei demnach wutentbrannt ins Büro des Real-Präsidenten Florentino Perez gestürmt, nachdem er gelesen hatte, dass Bale bei dessen Wechsel im Jahr 2013 aus London nach Madrid teurer gewesen sein soll als die 94 Millionen Euro, die Ronaldo wert gewesen war. Zur Beruhigung sei das Gehalt des Portugiesen erhöht worden.

Natürlich werden alle diese Geschichten in den kommenden Tagen wieder auf den Tisch kommen, zumindest Bale dürfte sich aber von nicht seine Laune verderben lassen. "Es ist einfach unglaublich! Wir haben Geschichte geschrieben, und jetzt liegt alles in unseren Händen", sagte Bale, nachdem es Wales bei seiner EM-Premiere in die Vorschlussrunde geschafft hatte.

"Die Prinzen von Wales! Die Könige des Fußballs!", schrieb die spanische Marca. Der Daily Express aus England sah ein "Waliser Wunder", und Wales Online sogar eine "der größten Nächte in der Geschichte des walisischen Sports. Niemand konnte davon auch nur träumen."

Doch jetzt hoffen im kleinen Wales alle auf mehr. Ob sogar der Titel drin ist? "Wir wollen noch nicht über das Halbfinale hinaus schauen. Wir müssen so weitermachen wie bisher", sagte Bale. Auch Teammanager Chris Coleman will vom Turniersieg (noch) nichts wissen: "Wir haben nie daran gedacht, hier zu gewinnen. Aber natürlich wollen wir weiter. Es ist essenziell, es ist wichtig zu träumen."

(sid)
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